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Celle Stadt Konferenz "Celle Drilling" mit großer Resonanz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Konferenz "Celle Drilling" mit großer Resonanz
15:32 10.09.2013
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Die internationale Konferenz für Tiefbohrtechnologie "Celle Drilling" hat in diesem Jahr mehr Teilnehmer verzeichnet als im vergangenen. 304 Vertreter von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen trafen sich im "Houston Europas", um Fachgespräche zu führen und über neueste Entwicklungen zu diskutieren. Dabei ging es um die Förderung von Eröl, Erdgas und die Nutzung von Erdwärme sowie um Speichertechnologien.

Ein Drittel der Teilnehmer kamen aus dem Ausland. "Das ist für eine solche Konferenz extrem viel", freute sich GeoEnergy-Vorsitzende Susanne Schmitt über die große Resonanz. Die Gäste kamen unter anderem aus den USA, Australien, Russland, Nordafrika und dem europäischen Ausland. In acht Workshops befassten sie sich mit unterschiedlichen Themen. Dabei ging es auch um den Celler Bohrsimulator. Den Konferenzteilnehmern wurden erläutert, welche Möglichkeiten und Chancen das Millionenprojekt bietet. Schmitt machte deutlich, dass es dabei sowohl um Forschung als auch um Ausbildung geht. Den Bohrsimulator betrachtet sie auch als Erfolg der Arbeit im Cluster GeoEnergy. Der Verein hatte zum dritten Mal zur der Konferenz eingeladen.

"Die Erdöl- und Erdgasindustrie steht vor großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen", stellte Schmitt bei der Begrüßung der Konferenzteilnehmer fest. "Wir müssen stärker die Ressourcen- und Energieeffizienz sowie den Umwelt- und Klimaschutz im Blick haben. Im Spannungsfeld dazu stehen die Ansprüche einer ständig wachsenden Weltbevölkerung mit einem immer größeren Bedarf an Energie." Dass Industrie und Forschung bei dem Kongress den Aspekt Umweltschutz bei der Förderung unterirdischer Ressourcen in den Fokus rückten, wertete Schmitt als Erfolg. "Das ist ein großer Fortschritt".

Schmitt sieht die Aufgabe von GeoEnergy darin, für die Nutzung der umweltfreundlichen Erdwärme zu werben. "Geothermie muss in Berlin präsent sein", sagte sie. Dazu liefen Gespräche zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Bundesverband Geothermie, dessen Vize-Präsidentin Schmitt zwei Jahre lang war. Sie geht davon aus, dass sich die Geothermie-Branche nach der Bundestagswahl positionieren werde. "Was wir bei GeoEnergy tun können, tun wir auch", betonte Schmitt. "Aber wir sind lokal begrenzt."

Jüngst hatte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Celle darauf hingewiesen, dass jetzt der Zeitpunkt sei, wo Forschungsprogramme in Berlin mit Geld untersetzt würden. Doch die Stimme der Geothermie sei wenig zu hören.