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Celle Stadt Konzert voller Zauber und Lebenslust in Celler Synagoge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Konzert voller Zauber und Lebenslust in Celler Synagoge
17:02 10.10.2017
Quelle: Stephan Griese
Celle Stadt

Celle. Die tiefe, ja „vollmundige“ Stimme der Sängerin Stella Jürgensen ging mit dem Gitarrenspiel von Andreas Hecht eine echte harmonische Symbiose ein. Geschickt mixte sich das Duo aus einer Reihe von Instrumenten ein so stimmiges rhythmisches Musikfundament, dass man sich als Zuhörer dem zusammen geschaffenen Zauber und der Emotionalität kaum entziehen konnte – und wollte. Immer wieder brandete begeisterter Applaus auf und die besondere Stimmung schloss Publikum und Künstler immer stärker in einem gefühlten musikalischen Kokon zusammen.

Gesungen wurde auf Deutsch, Hebräisch, Jiddisch und Englisch. Und so bunt die sprachliche Vielfalt war, so bunt waren auch die Einflüsse unterschiedlicher Musikrichtungen. Vom Klang traditioneller Reigentänze, über Country und Blues, einem Hauch von Jazz, einer guten Anleihe aus dem französischen Chanson, bis hin zu orientalischen Klangfolgen und barock anmutenden Lautenklängen war alles dabei – stets mit diesem speziellen Schuss Klezmer. Die meisten Lieder sind Kompositionen des israelischen Künstlers prof*merose.

Die Texte entstammen der eigenen Feder oder sind lyrisch-poetische Anleihen. „In der Regel treffen wir uns immer mittwochs bei uns am Küchentisch – verschiedenste Musiker und natürlich das Team von Stella´s Morgenstern – und machen einfach zusammen Musik. So und bei einem Glas Rotwein entstehen oft Texte und neue Melodien fast von selbst“, verriet Jürgens dem Publikum in der gutbesuchten Synagoge. Von ihr erfuhren die gebannten Zuhörer auch immer wieder etwas über Inhalt und Entstehungsgeschichte der Lieder.

Die sind mal romantisch und voller Sehnsucht, ein anderes Mal voller überbordender Lebensfreude und auch mal aufrührerisch wie das alte Widerstandslied oder spöttisch-provokant, wie das Lied über den einsamen Mönch in seiner Zelle, der sich in das Bild von Maria verliebt hat. Den Inbegriff der Liebe fasst das Duo in einen zusammenschmelzenden Walzer, und sogar szenisch keck erfolgt die Verführung im Tango. Das Publikum war schon verführt, wollte das Duo gar nicht gehen lassen und forderte mehrfache Zugabe.

Von Doris Hennies