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Celle Stadt Konzert zum 30. Geburtstag des Streicherensembles Celle im Beckmannsaal
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Konzert zum 30. Geburtstag des Streicherensembles Celle im Beckmannsaal
19:07 23.08.2010
Das Streicherensemble Celle mit den Horn-Solisten Jakob Knauer und Andreas Pöche (stehend von links) bei seinem Jubiläumskonzert im Beckmannsaal. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Der Beckmannsaal drohte aus allen Nähten zu platzen: Weit über zweihundert Gäste drängten sich durch die Flügeltüren, um beim Jubiläumskonzert des Streicherensembles Celle dabei zu sein. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Schon beim ersten Stück, dem A-Dur-Cellokonzert von Carl Philipp Emanuel Bach, zeigte das Ensemble unter der bewährten Leitung von Dorothee Knauer sein enormes Potential, aber auch seine professionelle Routine. Solist Georg Knauer (Cello) sorgte mit einem ungemein weichen Ton für entspannten Hörgenuss, während die einfühlsam begleitenden Streicher den ausdrucksstarken Orchesterparts ebenso ihren Stempel aufdrückten wie Elisabeth Michaelis am Cembalo. Die klanglich sehr homogene, intonationsreine und sprechend belebte Interpretation der verschattet-elegischen Sätze traf dabei den richtigen Ton zwischen Bachs genialischem Spleen und respektvollem Traditionsbezug, ohne ins Groteske abzugleiten.

Bravourös meisterte das Ensemble auch Francesco Rosettis Konzert für zwei Hörner und Orchester. Die Solisten Andreas Pöche und Jakob Knauer nutzten die klangfarblichen Entfaltungsmöglichkeiten, die sich ihnen in den rhythmischen und koloristischen Finessen sowie in den ausgefeilten Schattierungen vor allem im „Romance-Adagio“ anboten, mit großer Spielfreude aus. Auch der bisweilen eingestreute „böhmische Schalk“ des Komponisten wurde mit gelungenem musikalischen Augenzwinkern von ihnen zitiert. Die offensichtliche Variationsfreude des bestens eingespielten Ensembles kam besonders in Ralph Vaughan Williams‘ „Fantasia“ zum Ausdruck. Es war ein Genuss, zu verfolgen, wie Solisten und Orchester sich quasi immer wieder die Bälle zuwarfen, ohne dabei den melodischen Fluss zu unterbrechen. Und so mussten die Ohren des Publikums ständig von einem Instrument zum anderen wandern, um am Ball zu bleiben. Bei so viel fesselnder Musik hatte es „Papa Haydn“ am Ende schwer, mit seiner Sinfonie „Mit dem Hornsignal“ noch ein Sahnehäubchen oben drauf zu setzen. So verblasste dieses abschließende Stück leider ein wenig im Glanz des insgesamt begeisternden Jubiläumskonzertes.

Von Rolf-Dieter Diehl