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Celle Stadt Koordinierungsstelle: Kreispolitik verschärft Gangart
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Koordinierungsstelle: Kreispolitik verschärft Gangart
18:03 23.09.2013
Celle Stadt

Der Streit um die Besetzung der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft im Landkreis Celle zieht größere Kreise. Nachdem die CZ über den Vorgang berichtet hatte, haben sich die Hauptverwaltungsbeamten (HVB), also alle Bürgermeister der Kommunen, mit einem Schreiben an den Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende gewandt. Zudem hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung einen Beschluss gefasst, nach dem die Stelle nicht geteilt werden soll.

Die CZ hatte berichtet, dass Christine Schröpfer, die jetzige Leiterin der Koordinierungsstelle, es offenbar ausschließt, das Unternehmen Celler Land Frischgeflügel, das den Schlachthof in Wietze betreibt, im Bereich Familienfreundlichkeit zu beraten. Als Grund gibt sie ethische Bedenken an, weil sie Fleischkonsum ablehnt. Für den Landkreis Celle stellt dies eine Pflichtverletzung dar, weshalb er auf Konsequenzen pocht. Am Ende war ein Kompromiss dahingehend gefunden worden, dass die Stelle geteilt werden sollte - bis die Geschichte mit dem Schlachthof in der Kreispolitik die Runde machte und so bei der CZ landete.

Die Celler Kommunalchefs denken aber auch an die Konsequenzen im Umgang mit ihrem eigenen Personal. Sie fordern in dem Brief an Mende, „dass wenn diese Informationen aus der Zeitung stimmen, Konsequenzen folgen müssen, weil es sonst Probleme mit anderen Beschäftigten geben könnte”, so Jörg Warncke, Sprecher der HVB, gegenüber der CZ. Er hat inzwischen auch Antwort aus dem Celler Rathaus bekommen. Darin weist Dirk-Ulrich Mende die Darstellung der CZ zurück, ohne allerdings inhaltlich auf die Vorwürfe einzugehen. Stattdessen hat er alle Bürgermeister für den 29. September zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen, bei dem er den Fall aus seiner Sicht erläutern möchte. Die Stadtverwaltung hat diesen Sachverhalt bestätigt. Mende will sich am Mittwoch im Nachgang zum nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss der Stadt inhaltlich zu dem Fall äußern.

Der Kreisausschuss hat sich unterdessen bereits mit dem Fall beschäftigt. Die Politik hat dabei einen Beschluss gefasst, wonach die Stelle nicht geteilt werden soll. Als Begründung werden mögliche Reibungsverluste, die durch eine Stellenteilung entstehen würden, angeführt. Sollte der Kreistag diese Haltung unterstützen, wäre eine Lösung mit der jetzigen Leiterin schwierig, denn auch wenn die Stadt sich noch nicht geäußert hat, will sie offenbar an Christine Schröpfer festhalten. Diese Lösung aber würde der Landkreis nach gegenwärtigem Stand nicht akzeptieren.

In der Konsequenz könnte das Projekt, das jetzt zur Verlängerung ansteht, auf Eis gelegt werden. Andererseits haben viele Politiker bereits deutlich gemacht, dass sie die Arbeit der Koordinierungsstelle für wichtig halten.

Tore Harmening

Von Tore Harmening