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Celle Stadt Koordinierungsstelle: Mende verteidigt Leiterin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Koordinierungsstelle: Mende verteidigt Leiterin
15:23 25.09.2013
Celle Stadt

Hintergrund der Diskussion ist nach seinen Worten ein Vermerk des Landkreises über ein Perspektivgespräch mit Christine Schröpfer. Dabei habe der Kreis den Wunsch geäußert, auch die Celler Land Frischgeflügel GmbH & Co. KG, also den Betreiber des Schlachthofes in Wietze, mit in den Verbund der zu beratenden Unternehmen aufzunehmen. Im Gesprächsverlauf sei dann der Eindruck entstanden, dass es die Leiterin umfassend ablehne, mit diesem Betrieb zusammenzuarbeiten. „Dabei geht es aber lediglich um die Kontaktaufnahme vor Ort“, so Mende. „Frau Schröpfer ist jederzeit bereit, die dort beschäftigten Frauen außerbetrieblich zu beraten.“

Es habe zudem zu keinen Zeitpunkt eine dienstliche Anweisung an die Leiterin gegeben, mit dem Schlachthofbetrieb zusammenzuarbeiten. Insofern habe sie sich auch keines Dienstvergehens schuldig gemacht. Mende beruft sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts: „Wenn Mitarbeiter aus nachvollziehbaren ethischen Gründen in einen Gewissenskonflikt geraten, muss der Arbeitgeber sich damit auseinandersetzen und organisatorische Lösungen suchen”, sagt er.

In einem erneuten Gespräch mit dem Landrat sollen Arbeitnehmerrechte und berechtigte Interessen der Hauptverwaltungsbeamten im Kreis Celle noch einmal diskutiert werden. Aus der Politik bekam Mende in der Stadt dafür Zustimmung, auch von CDU und WG, die zuvor einer Weiterbeschäftigung skeptisch gegenübergestanden hatten.

Landrat Klaus Wiswe reagierte unterdessen zurückhaltend. „Letztlich sehe ich das rechtlich anders, aber Frau Schröpfer ist Angestellte der Stadt Celle und daher ist das dort zu klären”, so Wiswe. Er werde sich einem Gespräch nicht verweigern, sei aber durch den Beschluss des Kreisausschusses gebunden, der den Rahmen für eine Empfehlung der Weiterfinanzierung an den Kreistag definiert.

Die Kreispolitik hat festgelegt, dass die Stelle der Geschäftsführung aus Kostengründen nicht geteilt werden soll und es sichergestellt sein muss, dass sich die Koordinierungsstelle in gleicher Weise um alle Unternehmen kümmert. Bis zum nächsten Kreisausschuss am 23. Oktober soll die Stadt mitteilen, wie diese Erwartungen umgesetzt werden sollen. Mende hat angekündigt, dann gern noch einmal den Sachverhalt aus seiner Sicht vortragen zu wollen.

Tore Harmening

Von Tore Harmening