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Celle Stadt Kreative Köpfe auf vier Rädern: Celler gestalten Longboards selbst und youtuben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreative Köpfe auf vier Rädern: Celler gestalten Longboards selbst und youtuben
17:47 05.05.2015
Die drei Jungs Florian Lüking, Leonard Kortung und Lars Felgentreu (von links) sind begeisterte Longboarder und berichten in ihren „Vlogs“ auf Youtube regel- - mäßig über ihre Touren durch die Celler Umgebung. Quelle: Friederike Plesse (2)
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Lars Felgentreu schneidet mit einer Stichsäge Teile aus einer Birkensperrholzplatte aus und drückt sie in eine Form. Schraubzwingen, Gewindestangen und ein bisschen Leim sollen das Holz zusammenpressen. In der kleinen Werkstatt liegen aber nicht nur Werkzeug und Schrauben, auch eine Kamera, ein Stativ und ein Scheinwerfer stehen in der Ecke.

„Wir bauen hier unsere Longboards live vor der Kamera und präsentieren sie dann in unserem Kanal ‚FiveParadyze‘ auf Youtube“, sagt Leonard Kortung. Zuerst habe er nur sich, seinen Alltag und seine Freunde gefilmt, dann ergab es sich, dass der 19-Jährige ein Projekt mit seinen beiden Freunden Florian „Flo“ Lüking und Lars Felgentreu startete.

„Leo war früher mein Longboardtrainer. Wir kennen uns aus der Schule“, so Florian. Beide gehen auf die BBS 2 in Celle und lernen dort Mediengestaltung. Der 15-jährige Lars ist auf „Flo“ im Internet aufmerksam geworden und schrieb ihn an. Die drei Jungs haben nun seit einiger Zeit ihren eigenen Youtube-Kanal „FiveParadyze“.

Bei den Jungs ist Arbeitsteilung angesagt. Jeder von ihnen hat sein Spezialgebiet. „Ich kümmere mich um das Schneiden der Vlogs“, sagt Leo. Vlogs sind Video-Blogeinträge, mit denen die Jungs regelmäßig die Internet-Community an ihrem Leben teilhaben lassen. „Das Schneiden kann manchmal bis zu sechs Stunden dauern, und ich sitze bis in die Nacht an den Videos. Aber es macht mir viel Spaß“, erzählt Leo. Das schönste sei für ihn, das Endprodukt dann der Community vorstellen zu können.

„Flo“ ist nicht nur für das Design der Boards, sondern auch für eine weitere kreative Facette des Trios zuständig: das „Let´s play“. Er filmt sich, während er Videogames durchspielt, kommentiert diese währenddessen und gibt hilfreiche Tipps. Die Videos lädt er regelmäßig auf der Gamer-Seite „Twitch“ und auf dem Youtube-Kanal „FiveParadyze“ hoch.

Lars ist der Handwerker unter den dreien: „Ich habe mir überlegt, wie ich die Longboards herstellen könnte und habe uns eine Presse dafür gebaut. Die Inspiration dazu kam aus dem Internet. Erst haben wir nur für unsere Freunde Longboards gemacht, damit sie mit uns fahren konnten. Später wurde der Youtuber ‚Lenny‘ auf uns aufmerksam. Wir haben ihm live ein Board gebaut und es ihm dann zugeschickt.“

Dadurch stiegen auch die Abonnentenzahlen ihres Kanals weiter an. „Wir haben viele Klicks und gute Bewertungen durch die Videos erhalten, in denen wir Longboards für bekannte Youtuber wie ‚Lennyficate‘ gebaut haben“, erzählt Lars und legt ein halbfertiges Board auf den Werkstatttisch. 15 Boards hat Lars schon gebaut. Er trägt Harz auf das Holz auf und klebt eine Schicht Glasfasergewebe darüber. Dadurch seien die Boards später stabiler und elastischer.

„Wir würden auch Decks für unsere Abonnenten bauen“, erzählt Lars. Er und seine Freunde möchten mit anderen ihre Leidenschaft für die Longboards teilen. „Es ist einfach ein super Gefühl, damit zu fahren. Im Vergleich zum Skateboard ist man viel schneller. Wir erreichen damit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde“, erzählt Leo.

Im Sommer planen sie eine Longboard-Tour mit einigen Abonnenten. In ihren Videos versuchen sie auch immer, die Celler Umgebung einzufangen. „Der Schlossberg ist eine schöne Kulisse, an der wir gerne drehen“, sagt Leo. Demnächst wollen sie sich auch noch mehr Equipment anschaffen. „Wir brauchen eine professionelle Kamera für die Drehs. Es geschieht alles unter Zeitdruck, in Action und mit Stress“, sagt Leo. Gleich treffen sie sich wieder mit ihrer Crew. „Wir drehen jetzt noch eine Runde“, sagt Leo. Sie schnappen sich ihre Boards und fahren los – die Kamera ist ihr ständiger Begleiter.

Von Friederike Plesse