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Celle Stadt Kreative Ponykinder retten Poldi
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreative Ponykinder retten Poldi
15:33 12.11.2010
Poldi will leben. Quelle: Anne Friesenborg
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CELLE (cj). Sowohl im geführten Reiten als auch im Ponyclub wird Poldi gern eingesetzt, denn er ist stets voller Elan dabei und dennoch geduldig. Seine Vielseitigkeit stellt er auch in der Ponyabteilung unter Beweis. „Poldi gibt immer sein Bestes – ob bei den Anfängern und Ängstlichen oder den etwas Übermütigeren“, sagt Knoop.

Doch Anfang September beginnt er zu lahmen, und es stellt sich heraus: Er hat Hufrehe – eine Krankheit, bei der sich die Huflederhaut des Pferdes entzündet und die Hufkapsel sich von der Lederhaut ablöst. Außerdem hat er Cushing: eine Erkrankung, die zu einer Hormonstörung führt. Der Verein steht vor der Wahl, ihn von seinen Qualen zu erlösen oder ihn einer langwierigen und teuren Behandlung zu unterziehen. „Hinzu kam der schlechte Zustand, in dem sich seine Zähne befanden“, so Knoop. Der Reit- und Fahrverein entscheidet sich für die zweite Möglichkeit. Denn Poldi sollte eine Chance bekommen: Er sollte leben.

Sofort sagen alle Eltern der Herzogstädter Pony Kids ihre finanzielle Unterstützung zu. Die Tierzahnärztin, deren Herz Poldi auch erobert hatte, sagt zu, dass sie auf 50 Prozent der Kosten der Behandlung verzichten würde. „Die Behandlung wird begonnen, sobald es ihm besser geht“, sagt Knoop. Auch die Tierärztin unterstützte den Verein: Sie sagt kostenlose Akkupunktur zu.

Doch es kommen noch weitere Kosten hinzu: Poldi muss bis an sein Lebensende ein Medikament gegen Cushing einnehmen. „Dieses hilft ihm, sein Winterfell schneller zu verlieren und fördert den Muskelaufbau“, erklärt Saskia Knoop. Außerdem muss die Hufrehe mit drei orthopädischen Beschlägen behandelt werden, die pro Anwendung 100 Euro kosten. Hinzu kommen Kosten für das Röntgen, das Blutbild sowie für ein weiteres Röntgenbild im Frühjahr. Poldi darf in den nächsten sechs Monaten auch nicht geritten werden und wird von einem Vereinshaflinger, den eine Privateinstellerin zur Verfügung stellt, ersetzt.

Um die Kosten der weiteren Behandlungen bezahlen zu können, waren die Ponykinder sehr kreativ. „Sie haben ihr Taschengeld gespendet oder bei den Großeltern für Bezahlung Laub geharkt, damit etwas in die Poldi-Kasse kommt“, erzählt Saskia Knoop. Auch ein paar der Privateinsteller gaben etwas dazu. Außerdem sollen der Erlös des Weihnachtsreitens sowie eines Weihnachtsflohmarktes für Poldi genutzt werden.

Denn eines steht für die Herzogstädter fest: „Er kämpft tapfer und hat von seiner liebenswerten Art bis jetzt überhaupt nichts verloren“, sagt Saskia Knoop.

Von Jan Grothe