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Celle Stadt Kreis Celle: Schuldenberg wächst auf 176 Millionen Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreis Celle: Schuldenberg wächst auf 176 Millionen Euro
22:15 10.11.2014
Von Simon Ziegler
Quelle: cz
Celle Stadt

Der Schuldenberg des Landkreises wächst weiter in die Höhe. Lagen die langfristigen Verbindlichkeiten im Jahr 2010 noch bei 84 Millionen Euro, rechnet Kämmerer Michael Cordioli jetzt damit, dass sie Ende des Jahres 2015 mehr als doppelt so hoch sind. Die Schulden sollen dann bei fast 176 Millionen Euro liegen.

Auch die Höhe der Nettoneuverschuldung ist mit knapp 28 Millionen Euro im kommenden Jahr ungewöhnlich hoch. Der Grund ist der Neubau der Paul-Klee-Schule in Celle, für den der Landkreis 16,5 Millionen Euro veranschlagt hat.

„Wir haben zu hohe Schulden. Es sind die höchsten Schulden aller Landkreise im früheren Regierungsbezirk Lüneburg“, räumte Landrat Klaus Wiswe bei der Vorstellung der Zahlen gestern ein. Der Kreis Celle habe im Unterschied zu anderen Landkreisen aber alle weiterführenden Schulen unter seiner Regie. Im Schulbereich standen und stehen erhebliche Investitionen an. Viele Gebäude sind sanierungsbedürftig, dazu kommen die Anforderungen des Ganztagsbetriebs. „Der Investitionsbedarf wird und muss deutlich zurückgehen. Ich gehe davon aus, dass wir in zwei bis drei Jahren keine neuen Schulden mehr machen“, sagte der Landrat. „Wir können mit dem Haushalt 2015 nicht zufrieden zufrieden sein, weil wir eine hohe Nettoneuverschuldung haben.“

Für ihn ist wegen der Höhe der Schulden auch klar, dass der Spielraum für die Senkung der Kreisumlage begrenzt ist. Derzeit liegt der Satz bei 52 Prozent, das heißt, die Kommunen überweisen 52 Prozent ihrer Einnahmen an den Landkreis. CDU, WG und FDP fordern die Senkung um ein Prozent, die SPD verlangt drei Prozent weniger. Denn die Kommunen müssen teilweise Kredite aufnehmen, um die Ansprüche des Landkreises bedienen zu können.

Der Landkreis macht eine andere Rechnung auf. Würde die Kreisumlage um drei Prozent sinken, steige die Neuverschuldung von knapp 28 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro an. „Bei drei Prozent schmieren wir ab“, sagte Wiswe. Er will Ende des Monats einen eigenen Vorschlag zur Umlage für das kommende Jahr machen. Sinkt die Umlage wie erwartet, wird sich auch der prognostizierte Überschuss von jetzt 3,7 Millionen Euro verringern.

Die Politik wird sich heute Morgen im Finanzausschuss mit dem Zahlenwerk befassen (9 Uhr, Kreistagssaal, Trift 26). In den kommenden Wochen wird in allen Fachausschüssen darüber beraten. Vorgesehen ist, dass der Kreistag den Haushalt in seiner Dezember-Sitzung verabschiedet.