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Celle Stadt Kreis Celle ist Wolfszentrum - Ministerium erlaubt im äußersten Fall Tötung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreis Celle ist Wolfszentrum - Ministerium erlaubt im äußersten Fall Tötung
12:09 07.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Uwe Zucchi
Celle Stadt

Helge John, Wolfsberater im Landkreis Celle, hält es für richtig, dass ein Wolf im äußersten Fall geschossen wird: „Wenn sich ein Wolf nur schwer oder gar nicht aus Wohngebieten vertreiben lässt, dann ist eine Schwelle erreicht, dass man über weitere Schritte nachdenken muss. Dann sollte man ihn aus der Wildbahn entnehmen. Ihn einfangen und in einen Zoo sperren, halte ich für absurd.“

In Wildeshausen bei Cloppenburg war ein Wolf am helllichten Tag durch ein Wohngebiet gestreift, was zuvor nie beobachtet wurde. Es soll sich um einen jungen Wolf handeln, der sich atypisch verhält und keine Scheu vor Menschen hat.

Am Montagabend hat das Umweltministerium in Hannover dann die Genehmigung erteilt, dass aufgrund zu befürchtender Gefahren das Tier mit Gummigeschossen vergrämt, betäubt und in letzter Konsequenz getötet werden darf. Dieser Schritt bezieht sich aber nur auf den Wolf in Wildeshausen, so Ministeriumssprecher Rudi Zimmeck gegenüber der CZ. Wenn also ein Wolf in einem Wohngebiet einer Gemeinde im Kreis Celle gesichtet wird, darf er keinesfalls geschossen werden.

Für Wolfsberater John aus Eschede sind die Anweisungen des Ministeriums auch richtig, um die Akzeptanz der Wölfe in der Bevölkerung zu erhalten, wie er sagt. Bei rund 200 Tieren in Deutschland spiele es für die Population keine Rolle, wenn ein Wolf getötet wird.

Der Landkreis Celle ist nach seinen Worten inzwischen eines der Wolfszentren in Deutschland. Die Rudel in Unterlüß, Munster, Bergen und Eschede finden in den dünn besiedelten und wildreichen Gebieten ideale Bedingungen vor – mit der Folge, dass es immer mehr Kontakte zwischen Mensch und Wolf gibt.

Erst am Sonntag hatte der Winser Jochen Köhler im Bannetzer Bruch zwischen Bannetze und Thören eine Begegnung mit einem Wolf. Vom Auto aus beobachtete der 73-Jährige zunächst das Tier in 30 Metern Entfernung. Als es im Wald verschwand, stieg der ortskundige Köhler aus und ging zu einem Jagdsitz. Von dort sah er den Wolf erneut. Ungewöhnlich lange, nämlich acht bis neun Minuten, konnte er das Raubtier ungestört beobachten.