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Celle Stadt Kreisbehörde legt Krankenfahrstuhl still
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreisbehörde legt Krankenfahrstuhl still
22:17 03.01.2014
Von Christopher Menge
Seinen Twingo darf Johannes Tschöpe nicht mehr fahren, da er für ihn nicht als Krankenfahrzeug zugelassen ist. Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

Im November hatte sich Tschöpe, der in Nordburg lebt, einen Renault Twingo als Krankenfahrstuhl gekauft – das dachte er zumindest. Denn kurz vor Weihnachten eröffnete ihm ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle, dass er das auf 25 Stundenkilometer gedrosselte Fahrzeug gar nicht bewegen dürfe. Schließlich gelte das Bestandsrecht für ihn nicht. „Wo eine Betriebserlaubnis besteht, kann sie doch nicht erlöschen, wenn der Fahrer wechselt“, sagt Tschöpe ungläubig. Doch genau das sieht Paragraph zwei, Nummer 13 der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen (FZV) vor. „Fahrzeuge, die vor dem 1. April 2001 als Krankenfahrstuhl zugelassen worden sind, besitzen personen- und fahrzeugbezogenen Vertrauensschutz“, erklärt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, „nach dem Verkauf des Fahrzeuges gilt diese Zulassung also nicht mehr.“

Tschöpe erhielt nur ein Kurzzeitkennzeichen für vier Tage, um nach Hause zu kommen. „Wir wollten ihm helfen, die Schilderpräger haben die Kennzeichen sogar gesponsert“, sagt Janz. Doch seitdem darf Tschöpe den Wagen nicht mehr fahren. Um den Twingo zu lenken, bräuchte er einen Führerschein der Klasse B. Doch diesen hat Tschöpe, der 26 Jahre lang drogenabhängig war, nicht mehr. Doch damit nicht genug: Bei der Polizei wurde außerdem ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz eingeleitet.

„Ich brauche den Wagen, um meinen Rollator transportieren zu können“, sagt Tschöpe, der möglicherweise einem Schwindel aufgesessen ist. „Nach aktuellem Stand scheint der Fahrzeugschein für den Twingo eine Fälschung zu sein“, sagt Janz, „unsere Nachfrage hat ergeben, dass das Auto nicht beim Landkreis Hameln-Pyrmont zugelassen wurde.“ Die Staatsanwaltschaft wird sich daher auch mit dem Verdacht der Urkundenfälschung auseinandersetzen müssen. Johannes Tschöpe ist die Lust am flotten Reimen erst einmal vergangen.