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Celle Stadt Kreiselternrat fordert Stopp von Reformen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreiselternrat fordert Stopp von Reformen
16:42 18.02.2010
Celle Stadt

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist eine Entscheidung über die neue Schulstruktur im Landkreis Celle nicht möglich. So sieht es der Kreiselternrat (KER). „Man kann nicht erwarten, dass man 182 Seiten am 24. Dezember ins Netz stellt und dann am 13. Januar, dem Tag der ersten Schulausschusssitzung 2010, schon alles fertig beraten ist“, sagt Tobias Oehler vom KER. Er genauso wie Melanie Lindenbaum und die KER-Vorsitzende Christiane Rahls halten auch die Verschiebung der Entscheidung auf die kommende Schulausschusssitzung für unzureichend.

„Es müssen einfach noch viele Fragen beantwortet werden, die bisher aus unserer Sicht nicht ausreichend bearbeitet wurden“, sagt Rahls. Das Argument des Kreises, dass durch eine Reform verhindert werde, dass weiter Kombiklasse, also Schüler aus zwei Jahrgängen, die zusammen unterrichtet werden, entstehen, ist für den KER nicht stichhaltig. „Um die Kombiklassen, die jetzt schon drei Jahre bestehen, aufzulösen, läuft man Gefahr, vorschnelle Entscheidungen mit Auswirkungen auf die gesamte Schulstruktur für die kommenden Jahre zu treffen. Das ist nicht notwendig“, sagt Rahls. Sie plädieren für eine Verschiebung um ein Schuljahr, um Arbeitsgruppen oder einen runden Tisch zu gründen und das Für und Wider abzuwägen.

Dabei geht es unter anderem um den Nordkreis, für den der KER vorschlägt zu prüfen, wie eine Lösung mit der Hauptschule in Unterlüß, der Realschule in Faßberg und dem Gymnasium in Hermannsburg sich auswirken könnte. „Wir sagen nicht, dass es die Lösung ist, aber es stellen sich doch einige Fragen“, sagt Rahls. Dazu gehört unter anderem eine Information, warum die Schule in Hermannsburg aufwendig saniert werden soll, wenn es in Faßberg eine gerade voll sanierte Schule gibt. Es geht aber nicht nur um Veränderungen im Nordkreis. Auch für den Westkreis kann sich der KER Umstrukturierungen vorstellen.

„Man sollte das Thema KGS nicht vorschnell zu den Akten legen, sondern zumindest die Standorte Bergen, Hambühren und Winsen überprüfen“, sagt Rahls. Auch zu den Themen Schülerbeförderung und Kosten sehen die Eltern noch längst nicht alle Fragen beantwortet. Deshalb fordert der KER einen runden Tisch, damit aus „Betroffenen Beteiligte werden.“

Hermannsburger Elternrat kritisiert KER

Scharfe Kritik hat Andrea Tiller, Elternratsvorsitzende der Hermannsburger Schule im Örtzetal, geäußert. „Die Vorsitzenden des Kreiselternrates (KER) haben dem Landrat im Alleingang ein Schreiben zur künftigen Schulstruktur vorgelegt“, heißt es in einer Mitteilung von Tiller. Die Elternratsvorsitzenden der Schulen seien nur noch im Nachhinein informiert worden. Die Vorschläge zum Nordkreis würden weder von ihr noch von der Elternschaft in Hermannsburg mitgetragen. Die Kinder aus Hermannsburg sollten weiter die Schule im Ort besuchen.

Der Kreiselternrat weist die Kritik zurück. „Es hat am 27. Januar eine Informationsveranstaltung gegeben, bei der auch Frau Tiller anwesend war“, sagt die KER-Vorsitzende Christiane Rahls. Die Vorschläge aus dieser Sitzung seien in das Schreiben an den Landrat eingeflossen und wurde erst am 2. Februar übergeben. Dass Frau Tiller für den Standort Hermannsburg kämpft, findet der KER nachvollziehbar. „Wir haben aber gar keine festen Vorschläge gemacht, sondern nur eine Prüfung dieser Option verlangt, die die Schulstruktur aller Gemeinden im Blick hat“.

Von Tore Harmening