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Celle Stadt Krippenplätze: Soll in Celle übererfüllt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Krippenplätze: Soll in Celle übererfüllt
13:21 07.06.2012
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Die Ausstattung mit Betreuungsplätzen für Kleinkinder wird in Celle im kommenden Jahr besser sein als andernorts. „Celle kann zum Krippenjahr 2013 für 42,5 Prozent aller Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen, davon etwa 32 Prozent als Krippenplätze", erläutert Katja Hufschmidt-Bergmann (SPD), Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. „Damit steht die Stadt Celle weit besser dar als andere Kommunen in Niedersachsen und dem ganzen Bundesgebiet.“ Trotzdem sei noch Luft nach oben, sagte die SPD-Politikerin. Denn es stehe zu erwarten, dass noch deutlich mehr Eltern einen Betreuungsplatz für ihre Kinder beanspruchen werden.

Ähnlich hatte sich bereits Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) geäußert. Er forderte schnelle, klare Lösungen, die die Kommunen in die Lage versetzten, ein Betreuungsangebot für unter Dreijährige aufzubauen, das auf den tatsächlichen Bedarf ausgerichtet sei und nicht willkürlich gesetzten Quoten entspreche. Die 35 Prozent in 2013 werde man übererfüllen. „Aber der geschätzte Bedarf geht sicher darüber hinaus", so der OB.

Auf ein weiteres Problem weist die SPD-Landtagskandidatin Annette von Pogrell hin: „Ungelöst ist die Frage, woher man für alle erwarteten Krippenkinder fachlich qualifiziertes Betreuungspersonal bekommt. Die Antwort auf diese Frage darf jedoch nicht sein, weniger qualifizierte Betreuerinnen einzustellen. Vielmehr müssen verstärkt Erzieherinnen ausgebildet werden."

Damit dieser Beruf attraktiv bleibe, müssten Erzieherinnen aber besser entlohnt werden, fordert von Pogrell. Dabei sieht sie den Bund und das Land in der Verantwortung, die Kommunen nicht alleine zu lassen. „Die Personalkosten in den Städten und Gemeinden sind nicht zuletzt wegen der steigenden Zahl an Erzieherinnen in den letzten Jahren explodiert“, so die SPD-Politikerin. Dort fehle das Geld massiv. Stattdessen würden jährlich zwei Milliarden Euro für das Betreuungsgeld bereitgestellt, kritisiert von Pogrell. „Es ist ein Unding, dass für die frühe Bildung der Kinder in Kitas kein Geld da ist, aber Riesenbeträge dafür zur Verfügung gestellt werden, dass Eltern ihre Kinder zu Hause behalten."

Nach Angaben der SPD-Politikerin hat die schwarz-gelbe Landesregierung die Finanzierung der Krippen landesweit zunächst nur mit etwa fünf Prozent der Kosten unterstützt. Die Kommunen hätten den Löwenanteil alleine schultern müssen. Das neue Finanzierungskonzept der Landesregierung sehe nun deutlich schlechtere Förderbedingungen vor. „So wird Niedersachsen sicher noch deutlich länger das Bundesland mit den wenigsten Betreuungsplätzen bleiben,“ kritisiert von Pogrell.