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Celle Stadt Künstler sorgen sich um Celler Denkmal
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Künstler sorgen sich um Celler Denkmal
18:45 13.07.2017
Von Dagny Siebke
Nicht nur Abgase, sondern auch Algen, Moose und Flechten setzen dem Marmor des Albrecht-Thaer-Denkmals zu.   Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

„Eine bedeutendere Gestalt hat die bürgerliche Geschichte Celles nicht aufzubieten“, betont Ansull, der mittlerweile in Berlin wohnt. „Da leistet sich die saubere Stadt so etwas. Der Vater der Landwirtschaft inmitten von Abgasen.“ Ansull hat der Anblick so weit beschäftigt, dass er sogar das Gedicht „Denkmal“ (siehe Infokasten rechts) schrieb. Dieses endet mit den Zeilen: „Er wird nun sichtlich mehr und mehr zum Dr. Albrecht von Teer.“

Bei der Verschmutzung des Marmor-Denkmals handelt es sich um eine so genannte „diffuse Staubbelastung“, erläutert Stadtsprecherin Myriam Meißner. Diese besteht nicht allein aus Abgasen, sondern auch aus unterschiedlichen Staubpartikeln in der Luft. Hinzu kommen vorwiegend biogene Bewüchse wie Algen, Moose und Flechten. Dieser Bewuchs wird mittels Hochdruckreiniger entfernt. „Die Reinigung erfolgt nach Haushaltsfreigabe durch unseren Fachdienst Hochbau und Gebäudewirtschaft in regelmäßigen Abständen“, so Meißner.

Auch Kulturpreisträger Dietrich Klatt springt Ansull bei: „Es ist ernsthaft zu überlegen, ob man einen Wechsel in eine verkehrsfreie Zone vornehmen sollte. Daran ist das Standbild inzwischen gewöhnt, denn es stand schon einmal im Grün der Triftanlagen und des Schlossparks. Eine bisher fehlende, aber dann angebrachte Tafel mit kurzen Hinweisen auf Leben und Wirken Thaers wäre nicht nur für den Celler Bürger hilfreich.“

Meißner hält dagegen: „Das Thaer-Denkmal ist aus städtischer Sicht prominent platziert. Steht es doch auf dem gleichnamigen Platz und ‚begrüßt‘ Celler und Gäste bei der Einfahrt in die Innenstadt. Denkmäler gehören mitten ins Leben, und dazu können auch Standorte gehören, die genau wie wir der Luftverschmutzung ausgesetzt sind.“ Zumindest die Lebensdaten sind mit Goldschrift am Sockel angebracht, auch wenn Erläuterungen zum Wirken des Agrarwissenschaftlers fehlen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass nicht allein der Straßenverkehr für Verschmutzung verantwortlich ist, ist das Caroline-Mathilde-Denkmal im Französischen Garten. „Auch das musste jüngst entsprechend gereinigt werden. Und dieses steht nahezu verkehrsfrei im Park“, betont Meißner.

Das müsste Ansull eigentlich beobachtet haben, schließlich hatte er sich im Oktober vergangenen Jahres über den Zustand des Caroline-Mathilde-Denkmales bei der Stadt beschwert. Inzwischen wurde der weiße Marmor gereinigt und erstrahlt in neuem Glanz.