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Celle Stadt Kunstausstellung „Mein Celle“ in der Alten Exerzierhalle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kunstausstellung „Mein Celle“ in der Alten Exerzierhalle
09:42 27.06.2017
Kreativität auf verschlungenen Wegen:Günter Tomaschek und sein großformatiges Gemälde „Der Zebrastreifen am …“ Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Alwin Gröschner und Ilsabé Prinzhorn, beide vom Amateurmalkreis Celle, hatten die Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Künstlervereinen Celles organisiert. „Wir haben anfangs nur eine kleine Saat setzen können, um daraus einen großen Baum entwickeln zu können“, fuhr Gröschner fort und bedankte sich bei den teilnehmenden Künstlern für die gute Zusammenarbeit.

Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten passenderweise zwei Maler, die zum „Atelier 22“ gehören und selbst mit Bildern in der Ausstellung vertreten sind: Wolfgang Decker und Horst („Hotte“) G. Brune trugen Ohrwürmer wie „Knockin‘ on Heaven‘s Door“ vor, aber auch selbst geschriebene Lieder. Sie handelten von den Zuständen in „Hottes Atelier“ oder im „Amateurmaler-Blues“ von Deckers Malblockaden: „Die Leinwand ist immer noch weiß!“

Als offizieller Vertreter der Stadt Celle erinnerte Bürgermeister Heiko Gevers bei seiner Laudatio daran, dass der Begriff „Mein Celle“ aus einem Image-Film der Stadt Celle entnommen sei. Auch Gevers bedankte sich bei den Künstlern für das „Geschenk zu 725 Jahre Celle“. Angesichts der Vielzahl der Werke brauche man allerdings „viel Zeit, um alles wahrnehmen zu können. Wenn man hier durchgeht, hat man plötzlich ein ganz anderes Bild von Celle. Ich bin begeistert!“

Motive und Technik der Werke waren den Künstlern freigestellt, aber erstaunlich viele von ihnen habe Celler Motive aufgegriffen und auf recht verschiedene Weise verarbeitet. Da finden sich konservativ-gegenständliche Malereien, aber auch Ironisches, Abstraktes und Verfremdetes.

So hat Wolfgang Graue ein pointilistisches Bild vom Schlosspark gemalt und ihm diesen Titel gegeben: „Mein Celle – und viele Punkte sprechen für Celle“. Elena Schick hat nahezu das gleich Motiv verwendet, es aber phantasievoll verfremdet: „Märchen im Schloss“.

Vielen Besuchern fiel zudem ein originelles, großformatiges Gemälde von Günter Tomaschek auf: „Der Zebrastreifen am…“. Dazu erklärte der Künstler: „Eigentlich wollte ich etwas Hässliches von Celle malen, aber ich fand nichts. Doch da fiel mit der Zebrastreifen vor dem Bomann-Museum auf. Die Passanten auf dem Zebrastreifen habe ich nicht ausgemalt, denn die sind für mich anonym: Ich kenne sie ja nicht!“ Kreativität beschreitet zuweilen eben verschlungene Wege… Die ungewöhnlich umfangreiche Ausstellung mit ihren vielen kreativen Werken ist mehr als sehenswert.

Von Peter Bierschwale