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Celle Stadt Land Niedersachsen prüft Optionen für Nachnutzung von JVA Salinenmoor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Land Niedersachsen prüft Optionen für Nachnutzung von JVA Salinenmoor
17:44 24.01.2014
Von Oliver Gatz
Zum Jahresende wird das Gefängnis Salinenmoor geschlossen. Was mit der Liegenschaft passiert, ist offen. Quelle: Thomas Brandt
Celle Stadt

1975 rückten die Bagger an, um nördlich Celles ein neues Gefängnis zu errichten. Die Baukosten für die Justizvollzugsanstalt (JVA) Salinenmoor betrugen seinerzeit rund 20 Millionen Mark. Das Gelände besteht aus rund drei Hektar Nutzfläche. Die mit Stacheldraht versehene Gefängnismauer ist etwa 700 Meter lang und sechs Meter hoch. Auf dem Areal befinden sich vier Unterkunfts- und zwei Verwaltungsgebäude. Außerdem verfügt Salinenmoor über Versorgungs-, Werk- und Lagergebäude sowie einen Sportplatz.

Am 12. Januar 1978 wurde die Haftanstalt in Betrieb genommen. Nun sind die Tage Salinenmoors gezählt. Zum Jahresende wird das Gefängnis geschlossen. Was mit der Liegenschaft passiert, ist offen. Nach 36 Jahren Betrieb und einem millionenschweren Sanierungsstau sei es unwahrscheinlich, dass das Land an der veralteten Immobilie festhalte, heißt es aus Justizkreisen. Bereits seit langem habe man in Hannover das Gefängnis „abgehakt“. Mancher rechnet mit einem kompletten Abriss.

Die Abwicklung Salinenmoors ist nicht mehr Sache des Justizministeriums, sondern fällt in die Zuständigkeit des Finanzministeriums. Damit wird sich der Landesliegenschaftsfonds befassen, eine Abteilung der Oberfinanzdirektion (OFD) Niedersachsen . „Es gibt noch keine konkreten Überlegungen“, sagt OFD-Sprecher Kai Bernhardt. Seinen Angaben zufolge wird jetzt eine sogenannte Entbehrlichkeitsanalayse erstellt. Dabei soll geklärt werden, ob das Land das Gelände für eine eigene Behörde nutzen will. „Wenn kein Bedarf besteht, wird überlegt, ob die Liegenschaft verkauft, vermietet oder einer anderen Nutzung zugeführt wird. Das entscheidet am Ende der Markt.“

Was letztlich aus einem leerstehenden Gefängnis werden kann, dafür nennt Bernhardt Beispiele aus der Vergangenheit: So ist in einem Fall aus einer ehemaligen Haftanstalt ein Hotelbetrieb geworden. In einem anderen Fall wurde eine JVA in eine Jugendherberge umgewandelt. „Was sich daraus machen lässt, wissen die Nachnutzer am besten“, so der OFD-Sprecher.

In Celle pocht man angesichts des Briten-Abzugs und der dadurch verbundenen Schwächung des Standortes auf einen Ausgleich für die Schließung Salinenmoors – und hat dabei die Hohe Wende im Blick. Und man möchte mit Blick auf die Nachnutzung ein Wörtchen mitreden. So fordert der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt vom Land ein „Abwicklungs-, Verwertungs- und Nachnutzungsszenario“ unter Einbindung der Stadt und des Landkreises.