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Celle Stadt Land investiert 247 000 Euro in Celler Polizei
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Land investiert 247 000 Euro in Celler Polizei
17:57 04.08.2010
Von Michael Ende
Umbau Wache in der Polizeiinspektion Celle Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE-NEUENHÄUSEN. Wollte man heute noch eine Folge der Krimi-Serien „Derrick“, „Der Kommissar“ oder „Der Alte“ nachdrehen, so fände man in den Räumlichkeiten der Wache der Celler Polizei ideale Kulissen dafür: über Jahrzehnte zusammengestoppeltes Mobiliar, geflieste Wände, Patchwork-Kunststoff-Fußböden. „Das ist der Charme der Siebziger“, sagt Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Celle. Und mit diesem Charme solle es Ende November vorbei sein.

Als „begeisterten Heimwerker“ bezeichnet sich Sengel, aber das, was es im Polizei-Hauptquartier in der Jägerstraße zu tun gibt, hätten er und seine Kollegen beim besten Willen nicht mal eben nebenher erledigen können: Auf der Agenda steht eine komplette Neuorganisation der Wache – des Bereichs, in dem sich die Polizisten aufhalten, die 24 Stunden-Dienste einsatzbereit sind und der Anlaufpunkt für jeden Bürger ist, der etwas bei der Polizei zu erledigen hat. Vom 18. August bis Ende November werden Sengel und seine Leute Profi-Handwerker bei der Arbeit beobachten können.

Seit bereits fünf Jahren werde an Konzepten gearbeitet, mit denen die Funktionalität der Wache erhöht werden solle, so Sengel. Ursprünglich sei man so unterm Strich auf ein Bauvolumen von rund einer Millionen Euro gekommen, sagt Manfred Galonski vom staatlichen Baumanagement Celle, der die Umbauarbeiten plant: „Diese große Lösung hätte eine Klimaanlage, die Modernisierung des Zellenbereichs und des Kellers umfasst und wäre so nicht finanzierbar gewesen.“ Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch nickt: „Deshalb war Flexibilität gefragt, und so haben wir eine auf knapp 250000 Euro abgespeckte Variante entwickelt, die in Hannover gut ankam. Das ist ein Riesenerfolg: Hätten wir die Maßnahme nicht in diesem Jahr bewilligt bekommen, wäre es im nächsten Jahr fast unmöglich gewesen – 2011 werden im Bereich der Bauunterhaltung 20 Millionen Euro gekürzt.“

Jetzt werde man in einem ersten Schritt in Celle etwas schaffen, „worauf andere neidisch sein dürften“, so Sengel. Im neu gestalteten Eingangsbereich werde es einen Extra-Schalter geben, der erste Anlaufstelle für jedermann sein werde. „Bislang erledigt diesen Job, der oft aus der Vermittlung von Gesprächspartnern besteht, das Team der Wache neben der normalen Arbeit nebenher mit.“

Die Arbeit der Wache werde neu organisiert und gestrafft, indem ihr die Einsatzleitstelle, die bisher im zweiten Stock untergebracht sei, direkt angegliedert werde, so Sengel: „Sowohl in der Wache als auch in der Leitstelle müssen immer zwei Beamte sein. Das sind bisher vier Leute. Durch die Zusammenfassung brauchen wir künftig nur noch mindestens zwei Beamte an dieser Stelle, was bedeutet, dass wir einen Streifenwagen zusätzlich auf die Straße schicken können. Auch davon profitiert der Bürger unmittelbar.“ Außerdem würden die Arbeitsbedingungen der Beamten, die rund um die Uhr im Einsatz seien, auf einen zeitgemäßen Stand gebracht.

Das Rezept, das Sengels Team beim „Abspecken“ des Konzepts angewandt hat, sollte auch bei ähnlichen Vorhaben der öffentlichen Hand angewendet werden. „Ganz einfach“, sagt der Polizeichef: „Die Frage, die wir uns immer wieder gestellt haben, war: Würden wir das bei uns Zuhause auch so machen? So sind wir zu guten Lösungen und Einsparungen gekommen.“