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Celle Stadt Landkreis Celle: Konkurrenz für CeBus im ÖPNV durch DB Regio
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landkreis Celle: Konkurrenz für CeBus im ÖPNV durch DB Regio
18:11 18.12.2013
Die DB Regio meldet Interesse am Busverkehr im Landkreis Celle an. Wie hier in Eddigehausen bei Göttingen bedient das Unternehmen bereits viele Kommunen. Quelle: DB Regio
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Das Verfahren zur Vergabe des Öffentlichen Personennahverkehrs ist angelaufen. Jetzt steigt ein möglicher neuer Anbieter zu, der für die CeBus ernsthafte Konkurrenz bedeutet.

Die DB Regio hat sich erstmals öffentlich dazu bekannt. Der Vorsitzende der Regionalleitung Regio Bus Nord der DB Regio AG, Alexander Möller, stellte klar, dass „wir keinen eigenwirtschaftlichen Antrag abgegeben haben, obwohl wir an diesem Verkehr hoch interessiert sind. Der Verkehr ist aber aus unserer Sicht nicht eigenwirtschaftlich zu betreiben. Das gilt jedenfalls für uns als möglichen neuen Partner des Landkreises.”

Übersetzt heißt das: Das Unternehmen glaubt nicht, dass ein Betrieb des Celler ÖPNV auf eigene Rechnung und nur über die Aufträge zur Schülerbeförderung und die Fahrpreise finanzierbar ist. Allerdings ist die DB Regio sehr an dem jetzt laufenden gemeinwirtschaftlichen Verfahren interessiert. Dabei wird der Landkreis und eventuell die Stadt den ÖPNV subventionieren und ihn so für das Unternehmen attraktiv machen.

Die DB Regio ist dabei kein kleiner Krauter, sondern hat deutlich mehr Kapazitäten als die CeBus. Nach Unternehmensangaben ist die Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) eines der größten Nahverkehrsunternehmen im östlichen Niedersachsen. Als Mitglied des Verbundtarifs Region Braunschweig betreibt sie Linienverkehre in Peine, Goslar und Salzgitter. Außerdem ist die RBB Mitglied im Verkehrsverbund Südniedersachsen und fährt dort in Göttingen, Holzminden sowie im benachbarten Uelzen. „Mit knapp 155 eigenen und rund 400 Bussen des Mittelstands und über 312 Mitarbeitern fährt sie über 26 Millionen Kilometer im Jahr und sichert so die Mobilität für über 31 Millionen Fahrgäste jährlich”, so eine Sprecherin.

Die Politik begrüßte ein mögliches Angebot. „Das Unternehmen hat bereits den Auftrag für die Engländer und hier ganz schnell gut Busse hingestellt, so dass schon Fragen kommen, warum können wir solche Fahrzeuge nicht haben”, sagt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag, Torsten Harms.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt sieht in DB Regio einen „starken Gegner für CeBus, letztlich wird aber während der Ausschreibung zu sehen sein, wer mit den von uns festgeschriebenen Kriterien bei der Bedienung und den sozialen Standards der Mitarbeiter das beste Angebot vorlegen kann.”

Diese Punkte will DB Regio auch gewährleisten. Im Rahmen der Prüfung für die Abgabe eines Angebots „stehen für uns die Kundenbedürfnisse und die Interessen der heute Beschäftigten im Mittelpunkt“, so Regionalleiter Möller. Insbesondere ein geordneter Betriebsübergang und eine Verbesserung des Angebots für die Kunden seien deshalb die Hauptziele des Unternehmens bei einer Offerte.

Auch von FDP und Grünen wurde das Angebot begrüßt. „Ich kenne DB Regio zwar nicht, aber Konkurrenz belebt das Geschäft”, meinte Annegret Pfützner.

Landrat Klaus Wiswe hatte mit einem Angebot von DB Regio gerechnet, „wenn sie letztlich das beste Angebot angeben, ist das so. Das wichtigste ist: Für die Mitarbeiter ist gesorgt”, so der Landrat.

Tore Harmening

Von Tore Harmening