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Celle Stadt Landkreis Celle erwägt Internet-Ausbau in Eigenregie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landkreis Celle erwägt Internet-Ausbau in Eigenregie
18:19 05.02.2014
Der Landkreis Celle überlegt, das Netz für das schnelle Internet auszubauen, so dass es flächendeckend zur Verfügung steht.  Quelle: Peter Kneffel
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„Wir sind mit dieser Idee nicht die Einzigen, unter anderem planen Uelzen und Lüneburg so etwas. Dort gibt es bereits die Gutachten”, sagt Landrat Klaus Wiswe. Sein Ziel bei der Datenübertragung liegt sogar höher. Er hofft auf Verbindungen, die überall mindestens 50 Mbit pro Sekunde haben und damit einen klaren Standortvorteil.

Insgesamt sind derzeit laut Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitbandkomptenzzentrums Niedersachsen, 20 Kreise dabei, die Lücken beim schnellen Internet zu schließen. „Vorreiter ist dabei der Kreis Wolfenbüttel, der wohl im Sommer mit dem Ausbau fertig wird”, sagt Beyersdorff. Die Kosten lagen dort bei rund 11 Millionen Euro.

Allerdings ist das keine Zahl, an der sich Celle gut orientieren kann, denn Wolfenbüttel hat nur eine Fläche von 722 Quadratkilometern und knapp 121.000 Einwohner. Celle hingegen hat mit 1544 Quadratkilometern locker das doppelte an Fläche und rund 55.000 Einwohner mehr. „Bei den Kosten kommt es stark darauf an, wie viele Leerrohre für neue Glasfaserkabel verlegt werden müssen. Je mehr zu buddeln ist, umso höher die Kosten.”

Genau das soll ein mögliches Gutachten untersuchen. Es geht darum, wie viele Endpunkte, Experten sprechen von Kabelverzweigern, mit Glasfasern ausgestattet werden oder gegebenenfalls neu gebaut werden müssen. Von ihnen können die Haushalte dann mit einem Anschluss versorgt werden. Je weiter der Weg, umso schwächer die Verbindung.

Die Kosten können sich laut Beyersdorff im Laufe der Zeit durchaus amortisieren. So könnte der Landkreis sein Netz nach dem Bau an andere Anbieter vermieten. „In welcher Zeitspanne sich so ein Projekt rechnet, hängt davon ab, welche Kosten entstehen und wieviele Abnehmer es dort gibt”, sagt der Geschäftsführer.

In Wolfenbüttel sollen sich laut Landrat Wiswe Teile der Netze bereits nach sieben Jahren rechnen. Für die großen renditeorientierten Anbieter seien diese Zeitspannen aber nicht interessant, weil sich Investitionen in kürzeren Abständen amortisieren müssen. „Wir würden ein kleines Netz neben dem bestehenden der Celle-Uelzen Netz GmbH aufbauen”, sagt Wiswe. Es wäre quasi eine Ergänzung.

Das Gutachten müsste sehr ins Detail gehen, um die Optionen und Kosten zu ermitteln. Es würde daher wohl nicht ganz billig. Der Landrat rechnet mit Kosten von um die 150.000 Euro.

Von Tore Harmening