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Celle Stadt Landkreis weiter mit hohem Schuldenberg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landkreis weiter mit hohem Schuldenberg
18:08 14.02.2012
Celle Stadt

Wie in den vergangenen Jahren, hat der Kreis es auch 2011 trotz eines prognostizierten Defizits von 14,3 Millionen tatsächlich wieder in den positiven Bereich geschafft. Der Kreis erwirtschaftete jetzt ein Plus von rund vier Millionen Euro. Die SPD im Kreistag hatte die aus ihrer Sicht „starke Abweichung“ moniert. Der Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt argwöhnte, das mit diesem Mittel der Ruf nach der Senkung der Kreisumlage abgemildert werden sollte.

Cordioli macht aber in diesem Jahr einige Sondereffekte geltend. So habe der Verkauf von Anteilen der SVO sowie unerwartete Abschläge aus dem Finanzausgleich und für die Sozialhilfe zu bis zu acht Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen geführt, die vorher nicht abzusehen gewesen seien.

Ohnehin sieht Cordioli den Kreis nicht auf Rosen gebettet angesichts einer erwarteten Schuldenlast von 137 Millionen Euro. Zu den langfristigen Schulden kommen nach den derzeitigen Zahlen noch einmal zehn Millionen bis Ende 2012 hinzu, weil Investitionen bei den Schulen getätigt werden sollen. Alleine für bewegliches Vermögen wie Computer oder auch die Neuausstattung von Klassenräumen fallen 2,8 Millionen Euro an. Profitieren sollen davon unter anderem die Berufsbildenden Schulen mit 400.000 Euro, die Gymnasien (530.000 Euro) sowie die Förderschulen (250.000 Euro) Außerdem will der Kreis in diesem Jahr für rund 2,5 Millionen Euro ein Gebäude in der Trift aufstocken.

Bei den Straßen wird der Kreis in diesem Jahr vornehmlich Geld für Reparaturen an den Fahrbahnoberflächen ausgeben. Größtes Projekt wird dabei die Instandsetzung der Straße zwischen Garßen und Gockenholz, die auf 960.000 Euro geschätzt wird. Der Kreis muss davon etwa 400.000 Euro bezahlen. Außerdem soll der Radweg zwischen Groß und Klein Hehlen instand gesetzt werden. Das soll rund 160.000 Euro kosten.

Der Kreis will in den vorhergesagten guten Jahren anfangen „die Schulden, die wir gemacht haben, zurückzuzahlen“, wie Landrat Klaus Wiswe auf dem Neujahrsempfang sagte. Doch da müssen auch die Gemeinden mitspielen, denn sie sollen auf das Geld der Überschüsse verzichten. Mit der Formel „40 Prozent für die Gemeinden, 40 Prozent für Schuldentilgung, 20 Prozent für den Kreistag“ waren die Verantwortlichen der Landkreisverwaltung zu Beginn in die Verhandlungen eingetreten. Derzeit steht man bei 50-50, wie Cordioli bestätigte. Eine Entlastung der Kommunen wird es ab 2014 wohl ohnehin geben. Wie der Kreisrat sagt, werde es 2014 eine Senkung der Kreisumlage geben. Wenn nicht wieder eine Finanzkrise dazwischen kommt.

Von Tore Harmening