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Celle Stadt Landschaftsgebiet Südheide: Celler Kreistag beschließt Verkleinerung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landschaftsgebiet Südheide: Celler Kreistag beschließt Verkleinerung
16:47 15.07.2014
Von Simon Ziegler
Idyllisch: Der Heidesee im Ferienpark in Faßberg-Oberohe. Der Kreistag gab jetzt grünes Licht für die Parkerweiterung. Quelle: Udo Genth
Celle Stadt

„Die Grünen-Fraktion sagt entschieden Nein zur Ausgrenzung von 16,1 Hektar in der Gemeinde Faßberg“, sagte Gerald Sommer im Celler Kreistag. „Sie wollen und werden Natur zerstören“, wetterte er in Richtung CDU. Auch die SPD übte Kritik. „Es wird nur das gesetzlich Vorgeschriebene getan“, sagte Manuela von Butler bezüglich der Ausgleichspläne.

Der Kreistag hatte zu entscheiden, ob für eine Erweiterung des Ferienparks „Heidesee“ eine Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Südheide herausgenommen wird. Die Ausgrenzung ist notwendig, weil die Planungen der Gemeinde nicht mit den Schutzbestimmungen des Landkreises über das Gebiet „Südheide“ vereinbar sind.

Die Kreisverwaltung ist der Meinung, dass die Ausgrenzung auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Umwelt vertretbar sei. Die wirtschaftlichen und touristischen Belange seien bedeutsamer. So sei der Ferienpark „Heidesee“ bereits heute ein wichtiger Wirtschaftspartner für den Tourismus in Faßberg. Mit der geplanten Erweiterung könne die finanzielle Situation der Gemeinde gestärkt werden.

Das sahen CDU, WG und FDP genauso. Der Faßberger Kreistagsabgeordnete Jörg-Gerhard Schuster (CDU) hielt eine engagierte Rede. Es handele sich schon um einen bedeutsamen Eingriff in die Natur, es gehe aber auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen. „Naturschutz macht Sinn, es muss aber auch die Möglichkeit der menschlichen Regulierung geben“, sagte er. Landrat Klaus Wiswe erklärte, dass im Kreis Celle über viele Jahre Naturschutz-Projekte realisiert worden seien. Er verwies zudem darauf, dass die 16 Hektar ausgeglichen würden. „Wo Wald verschwindet, muss auch Wald entstehen.“

Neben den Grünen stimmte die SPD gegen die Ausweisung. „Wir sind nicht gegen die Ausgrenzung, wir sind gegen die fehlende Eingrenzung“, sagte Kirsten Lühmann. Denn die Ausgleichsfläche liege überwiegend im bereits bestehenden Landschaftsschutzgebiet. Es gebe keinen echten Ausgleich.

Der Betreiber des Ferienparks Heidesee plant, bis zu 300 Ferienhäuser auf dem Areal zu errichten. Dafür braucht er die 16 Hektar Erweiterungsfläche. Im Gegenzug sollen nach Darstellung des Landkreises mindestens 20 Hektar an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden, weil es sich bei dem jetzt benötigten Areal teilweise um besonders schützenswerte Flächen handelt.

Beschlossen wurde auch eine zweite Ausgrenzung eines Areals im Landschaftsschutzgebiet. Für die Erweiterung einer Biogasanlage in Weesen in der Gemeinde Hermannsburg wird eine 1,2 Hektar große Fläche aus „Südheide“ herausgenommen. Eine Diskussion im Kreistag gab es dazu nicht. Das Vorhaben wurde mit den Stimmen der bürgerlichen Kreistagsmehrheit entschieden. Die SPD enthielt sich, die Grünen votierten dagegen.