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Celle Stadt Landstraßenmusiker machen aus Celler CD-Kaserne ein Wohnzimmer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landstraßenmusiker machen aus Celler CD-Kaserne ein Wohnzimmer
16:45 05.12.2016
Seit mehr als 20 Jahren ziehen Gitarrist Erik Manouz und Sänger Felix Meyer durch die Lande und machen gemeinsam Musik. Quelle: Alex Sorokin
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Es brachte zwei Bilder, einen Globus und drei Akustik-Gitarren mit. Nur das Megafon auf der Kiste passt nicht so recht ins Bild. "Das Schöne vor so wenigen Leuten ist, dass man auch auch ohne Mikro etwas sagen kann", erzählt Meyer, der stets den Draht zum Publikum sucht.

In schwachen Momenten, sagt der Sänger, hinterfrage er seine Berufswahl: "Ob man in anderen Berufen nicht noch mehr verändern könnte?" Zumindest gibt seinen Zuhörern ein gutes Gefühl, in dem er sich an die ganz großen Chansonniers seiner Zunft hält und ihren Liedern mit seiner Stimme pointiert und puristisch neues Leben einhaucht: Francis Cabrel, Édith Piaf und Rio Reiser zum Beispiel.

"Was ist der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland", fragt Meyer seine Gäste und sagt: "In französischen Supermärkten laufen Lieder, die den Stierkampf aus Sicht eines Stieres schildern und hier dudelt Tim Bendzko."

Meyer erzählt nicht nur französische Geschichten auf Deutsch, er vertont seine eigenen Lieder neuerdings auch in Französisch. Gitarrist Manouz erinnert daneben mitunter lässig an Jack Johnson und gibt, wenn gewünscht den Mariachi aus Mexiko, wenn Meyer über "Liebe, Dreck und Gewalt" singt. Ihre persönlichen Spezial-Effekte: Fingerschnippen, Händeklatschen und eine "eintönige" Harmonika. Und auch das Megafon wird zum Musik-Instrument. Dabei meint Meyer noch: "Als Sänger habe ich mir eigentlich vorgenommen, nie ein Instrument auf der Bühne zu spielen."/p>

Von Dagny Rößler