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Celle Stadt Landwirtschaft im Kreis Celle droht kalte Dusche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landwirtschaft im Kreis Celle droht kalte Dusche
17:02 18.07.2014
Die Landwirte sind für die richtige Einstellung ihrer Beregnungsanlagen verantwortlich. Quelle: Tore Harmening (Archiv)
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“Nicht ganz ungefährlich...” kommentiert Frank Wierauske aus Eldingen seine Beobachtungen, die er schon öfter im Bereich Wohlenrode gemacht hat. Landwirte würden ihre Beregnungsanlagen häufig so einstellen, dass man – auf der Straße mit Fahrrad, Motorrad oder Cabrio unterwegs – mal schnell eine kräftige Dusche abbekommt. Viele Autofahrer werden das schon erlebt haben, nicht nur im Bereich Wohlenrode.

“Jeder Landwirt sollte seine Maschinen so einstellen, dass das Wasser nur dahin kommt, wo man es braucht”, sagt Kreislandwirt Jürgen Mente. Das sei gute fachliche Praxis. Wenn ein Regner das Wasser über 35 Meter werfe, müsse der Landwirt einen Abstand von 40 Metern zur Straße einhalten. Durch Wind könnten Sprühregenschwaden auf die Fahrbahn gelangen, das will Mente nicht ausschließen. Bei Trockenheit ist in der Landwirtschaft Feldberegnung angesagt.

“Moderne Maschinen schalten den Regner ab, wenn er die Trommel erreicht”, sagt der Kreislandwirt. Oder der Landwirt erhalte eine Mitteilung aufs Handy, dass die Fläche vollständig beregnet sei. Ältere Anlagen müssten vor Ort abgeschaltet werden. Wer erlebe, dass eine Beregnung die Straße unter Wasser setzte und ortskundig sei, sollte den Landwirt informieren.

Für die Polizei sind die Auswirkungen von Beregnungsanlagen auf Straßen und Straßenverkehr nicht das ganz große Thema. “Es kommt schon mal vor, dass eine Fahrbahn unter Wasser steht”, sagt Polizeisprecher Philip Weinmann. Die Beamten gingen Hinweisen von Autofahrern auch nach und würden Landwirte ansprechen, dass sie ihre Anlagen sorgsamer einsetzten. Weinmann räumt ein, dass eine unter Wasser gesetzte Straße bei höherer Geschwindigkeit durchaus zur Gefahrenstelle werden könne. Allerdings würden Landwirte ihre Anlagen im Laufe des Tages auch umstellen, so dass es nicht ein lang anhaltendes Problem sei.

„Die Beregnung darf den Straßenverkehr nicht stören“, sagt Ernst-August Geweke. Der Vorsteher des Oberverbandes Feldberegnung macht deutlich, dass das fahrlässige Verhalten von Landwirten auch ein Bußgeld nach sich ziehen könne. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagt er und nennt ein derartiges Verhalten seiner Kollegen dickfellig. Eine nasse Dusche könne den Autofahrer irritieren – mit ungeahnten Folgen. Kreislandwirt Mente betont aber einen anderen Fakt: “Beregnung wird in diesem Jahr zum Glück kleingeschrieben, da wir viele Niederschläge haben.”

Von Joachim Gries