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Celle Stadt "Lange Nacht" der Celler Concordia-Gemeinde schafft Begegnungen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Lange Nacht" der Celler Concordia-Gemeinde schafft Begegnungen
18:24 11.09.2016
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Sehr emotional wurde es, als die syrische Familie Alkhamies nach einer kurzen Begegnungszeit im Pfarrgarten über ihre Flucht berichtete. In Rakka leitete die Familie ein kulturell bedeutsames Museum. Als der sogenannte "Islamische Staat" dieses zerstörte und Luftangriffe der syrischen Armee erfolgten, beschloss Mahmood mit seiner Frau und den Töchtern schweren Herzens zu fliehen. Von der Türkei aus folgte die traumatische Mittelmeerüberquerung: Von Schleusern belogen, fand sich die Familie in einem überfüllten Boot ohne Kapitän wieder. Doch trotzdem sah Mahmood Hoffnung: „Der Sonnenaufgang war himmlisch, wir fingen an zu träumen. Die Motorgeräusche waren eine Symphonie.“ Doch vor Griechenland drohte das Boot zu havarieren. Die selbstgemalten Bilder der Töchter zeigten die traurigen Erlebnisse: Starker Wellengang, Gedränge im Boot und Menschen im Wasser, die hilfesuchend ihre Arme empor strecken.

In einer Foto-Ausstellung präsentierte Mahmood das Leben im Camp in Scheuen. Ein Bild zeigte lachende Kinder und Polizisten. „In Syrien waren Polizisten schrecklich, hier gaben sie unseren Kindern Sicherheit“, erklärte er. Ein weiteres Bild stand stellvertretend für alle Helfer im Camp. „Wir wurden nicht abgestempelt, sondern unsere Fähigkeiten wurden gefördert“, betonte der Familienvater. So habe er eine Fotokamera geschenkt bekommen, als er sagte, dass er Fotograf sei.

Nach einer weiteren Begegnungszeit begeisterte die christliche Rockgruppe „Alpha und Omega“ die Kirchengemeinde. Mit fantastischen Saxofonsoli und selbstverfassten Texten überzeugte die Band. Den Abschluss bildete eine Taizé-Andacht. Die kurzen Gesänge des Kirchenchors wirkten meditativ und ließen die Nacht ruhig ausklingen.