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Celle Stadt Laternen-Verkauf keine helle Idee
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Laternen-Verkauf keine helle Idee
15:33 08.11.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Was in Lüneburg funktioniert, muss in Celle noch lange nichts werden. Das gilt nicht nur zum Beispiel in Sachen Uni-Ansiedlung, sondern auch, wenn es ums Sparen geht. Da hatten sich 2008 Celles Sozialdemokraten im Rat einen Kniff aus der Salzstadt abgucken wollen – und gefordert, dass die Celler Straßenbeleuchtung analog zu der in der Hansestadt verpachtet oder verkauft werden solle. So versprach man sich bei der SPD ein Einsparpotenzial von rund 300000 Euro, das man lieber „in Bildung und Soziales stecken wolle“, sagte damals Fraktionschef Jens Rejmann. Ganze zwei Jahre lang prüften Experten im Rathaus die Privatisierungs-Variante. Jetzt sind sie zu dem Schluss gekommen: In Celle würde sie nicht funktionieren.

Denn ein Vergleich mit Lüneburg habe erbeben, dass die Straßenbeleuchtung in Celle so effizient organisiert sei, dass sich aus einer Privatisierung keine Vorteile ergeben würden, heißt es aus dem Rathaus. In Celle stehen rund 12500 Straßenlaternen, in Lüneburg 9000. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist die Besatzdichte mit Lichtpunkten in Celle sehr hoch. Die jährlichen Stromkosten wurden für Lüneburg mit 790000 Euro beziffert, in Celle liegen sie bei 760000 Euro. „Diese für Celle deutlich günstigere Situation kann dadurch erklärt werden, dass schon seit mehreren Jahren kontinuierlich in die Erneuerung der Technik investiert worden ist und im Rahmen der Unterhaltung durch Austausch von Lampen der Stromverbrauch trotz steter Zunahme der Laternenanzahl nicht zugenommen hat“, heißt es aus dem Celler Rathaus: „Mit anderen Worten: Bei der Stadt Lüneburg hat sich durch geringere Investitionen und geringerem Unterhaltungsaufwand ein erheblicher Investitionsstau gebildet.“

Außerdem habe man in Celle seit 1986 die Zahl der für die Straßenbeleuchtung zuständigen Mitarbeiter von zwölf auf sechs halbiert. Im Rathaus hat man weitere Spar-Ideen: „Dazu gehört auch die Standardfrage auf den Prüfstand: müssen die Wege entlang des Waldsees in Klein Hehlen oder entlang der Dammaschwiese beleuchtet sein? Kann die Besetzungsdichte mit Lichtpunkten reduziert werden?“

Mit der Straßenbeleuchtung werden sich die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Straßenbau und Verkehr in ihrer Sitzung beschäftigen , die heute um 17 Uhr im Celle-Saal im vierten Stock des Neuen Rathauses beginnt.

Unterdessen hat die SPD im Stadtrat einen neuen Antrag gestellt, mit dem die Haushaltssituation verbessert werden soll: Die Verwaltung soll prüfen, ob die Stadt eine „Sendemastensteuer“ für Mobilfunkanlagen einführen kann.