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Celle Stadt Laute(r) Frauen im Altweiberfrühling
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Laute(r) Frauen im Altweiberfrühling
16:04 18.09.2013
Aus einem Gemischtwarenladen wird eine Dessousboutique: Der Bürgermeister eines kleinen Schweizer Dorfes (links, Karin Spehlbrink) ist gegen das Projekt, wie er im Gespräch mit Hanni (Heike Großmann) klar macht. Quelle: Alex Sorokin
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In dem Stück übernimmt die Witwe von ihrem verstorbenen Mann einen Gemischtwarenladen in einem kleinen Dorf in der Schweiz. Um sich endlich selbst zu verwirklichen, möchte sie dort mithilfe ihrer Freundinnen eine Dessousboutique mit dem Namen „Petit Paris“ eröffnen. Das stößt auf kräftigen Widerstand seitens der prüden Dorfbewohner – der Bürgermeister und der Pfarrer sind die größten Gegner des Projekts. Dies führt zu Wortgefechten zwischen den beiden Parteien. Ein Kleinkrieg im Dorf bricht aus.

Christina Vogt ist trotz der Wirrungen ihres Charakters von der Rolle der Martha angetan: „Es ist natürlich eine Umstellung, plötzlich so alt zu sein. Man spielt sich dann aber im Laufe der Zeit gut in die Rolle hinein.“

Sie kam vor sieben Jahren zu der Theatergruppe Laute(r) Frauen, die von Marita Kanne geleitet wird. Die Idee dazu ist aus einem Zufall heraus entstanden, erklärt Kanne: „Zuvor habe ich zehn Jahre eine Kindertheatergruppe geleitet. Die Mütter, die dort hinter den Kulissen mitgewirkt haben, wollten dann nach der Auflösung des Kindertheaters selbst Theater spielen.“ Seit 2004 wird nun jedes Jahr ein Stück geprobt und aufgeführt. Die Stücke dafür werden gemeinsam ausgesucht: „In erster Linie sind es feinsinnige Komödien, die zum Nachdenken anregen. Außerdem sollten nicht zu viele Männerrollen darin vorkommen,“ erläutert Kanne ihr Konzept für die Gruppe, die aus elf Frauen besteht.

Auch Marianne Müller ist begeistert von der diesjährigen Stückauswahl und der Gruppe im Allgemeinen. Für sie ist es die zweite Aufführung, in der sie als Schauspielerin mitwirkt: „Ich habe schon ein bisschen gebettelt, um in der Gruppe mitmachen zu können.“ Über ihren Charakter Frieda sagt sie: „Ich liebe diese Rolle. Sie ist ein bisschen eingebildet und etepetete – das lässt sich wunderbar spielen.“

Auch die Positionen hinter den Kulissen werden von den Frauen mit abgedeckt: Yvonne Gerber ist in diesem Stück Schauspielerin (Shirley) und Maskenbildnerin zugleich. Kulissen und Requisiten wurden zum Teil vom Schlosstheater Celle übernommen oder aus dem privaten Fundus mitgebracht. Wenn es dann schließlich heißt: „Licht aus, Spot an“, ist einer der fleißigen Helfer ein Mann: Achim Oetken ist zuständig für den Auf-und Umbau der Kulissen und die entsprechende Beleuchtung. Als Gründungsmitglied der Laute(r) Frauen ist er von Anfang an mit von der Partie und kümmert sich um die handwerklichen Seiten der Schauspielerei.

Interessierte können sich vor Ort von den Schauspielkünsten der Gruppe überzeugen: Aufgeführt wird das Stück „Altweiberfrühling“ am Mittwoch, 25., Freitag, 27., und Sonnabend, 28. September jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 29. September, um 18 Uhr in der Oberschule Westercelle. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Von Stefanie Franke