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Celle Stadt "Lehrer-Roulette" auf dem Celler Land
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Lehrer-Roulette" auf dem Celler Land
17:25 12.07.2017
Von Christopher Menge
Celle Stadt

"Im Raum steht, dass die Oberschulen in der Stadt und im Landkreis Celle zum neuen Schuljahr 2017/2018 Lehrkräfte an die Grundschulen abgeben sollen", schreibt Adasch in einer Anfrage an die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. "Dies sorgt derzeit zurecht für eine starke Verunsicherung, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Unterrichtsversorgung an den Oberschulen in Celle Stadt und Land ohnehin bei vier von neun Schulen bei unter 100 Prozent und bei drei von neun Schulen sogar bei unter 90 Prozent liegt." Außerdem stünde zu befürchten, dass bei einer Reduzierung der Lehrkräfte an den Oberschulen der Ganztagsbetrieb gefährdet wäre.

Vor wenigen Wochen war das Thema im Wathlinger Gemeinderat aufgekommen. Bürgermeister Torsten Harms hatte berichtet, dass die Unterrichtsversorgung an der Oberschule in Wathlingen nur noch bei 83 Prozent liege. Wenn jetzt wie vorgesehen zwei Lehrer an eine andere Schule gehen, sieht es noch düsterer aus – insbesondere mit Blick auf das Ganztagsangebot.

Auch Paul-Michael Zeblewski, Chef der Oberschule in Eicklingen, geht davon aus, dass das verpflichtende Ganztagsangebot eingeschränkt werden muss. Von seinem Haus werden 1,5 Stellen an die Grundschulen abgeordnet. Zum Ausgleich wurde ihm ein Gymnasiallehrer mit den Fächern Latein und katholische Religion angeboten. „Den kann ich natürlich nicht gebrauchen“, sagt Zeblewski – beide Fächer werden an seiner Schule nicht unterrichtet.

Der Plan des Niedersächsischen Kultusministeriums sieht ein Personalkarussell vor, das alle Schulen einschließt. Die Gymnasien geben Lehrer an die Oberschulen ab, diese wiederum an die Grundschulen, um dort die Löcher zu stopfen. Hintergrund: Gymnasiallehrer können wegen ihrer Ausbildung nicht an Grundschulen unterrichten, Oberschullehrer schon.

Mit der Antwort auf seine Anfrage ist Adasch aber gar nicht zufrieden. "Die Personalplanung und das Stellenbesetzungsverfahren für die rund 2700 öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen sind ein umfangreicher und in mehrere aufeinander bezogene Abläufe untergliederter Prozess, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist", heißt es in dem sehr allgemein gehaltenen Schreiben. "Zahlreiche noch unbesetzte Stellen werden gegenwärtig in einem weiteren Verfahrensschritt neu ausgerichtet." Selbstverständlich habe die Niedersächsische Landesschulbehörde auch die Oberschulen in Celle im Blick.

Doch was bedeutet das konkret für die hiesigen Oberschulen? Das will Adasch von der Kultusministerin wissen und hat sich daher nochmal an sie gewandt. Schließlich sei die Verunsicherung bei Eltern und Lehrern nach wie vor groß.