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Celle Stadt Leichte Muse – schwere Kost?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Leichte Muse – schwere Kost?
12:42 11.02.2014
Trotz professioneller Vorträge von Zoltan Udvarnoki (Violine) und Adam Hegyes am Klavier kam bei den Zuhörern keine Begeisterung auf. Quelle: Alex Sorokin
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Das ungarische Duo Zoltán Udvarnoki (Violine) und Adam Hegyes (Klavier) hatte aus seinem reichhaltigen Repertoire der „leichten Muse“ Operettenmusik („Der Graf von Luxemburg“), Polkas und ungarische Tänze (unter anderem die populäre „Nr. 2“ von Brahms) ausgewählt. Aber auch kürzere, meist romantische musikalische Kleinode von weniger populären Komponisten. Darunter „Der Kanarienvogel“ des russischen Komponisten Ferdinand Poliakin oder Carl Michael Ziehrers vom Wiener Opernball bekannte „Fächerpolonaise“.

Elegant führte Udvarnoki dabei alle technischen Spezialitäten aus, darunter Doppelgriffläufe, federleichte Flageolett-Töne und atemberaubend schnelle Passagen im Springbogen, aber nicht um des virtuosen Effektes willen, sondern auf eine Art, dass sie auch musikalischen Sinn hatten. Den unterstrich auch der Pianist, der sein Können immer dem musikalischen Miteinander unterordnete. Allein bei seinem solistisch vorgetragenen „Minutenwalzer“ von Frédéric Chopin ging er quasi aus sich heraus, ohne dabei durch eine übertrieben große Hast diese Miniatur zu verderben.

Und doch: Trotz der professionellen Vorträge war eine in dieser Form selten erlebte Teilnahmslosigkeit unter den Zuhörern festzustellen. Das lag keinesfalls an den Interpreten, eher wohl an der Zusammenstellung des Programms.

Von Rolf-Dieter Diehl