Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Leidenschaftlich und ein wenig frech beim Celler Chorwettbewerb
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Leidenschaftlich und ein wenig frech beim Celler Chorwettbewerb
16:00 25.04.2016
Celle Stadt

Als Austragungsort des 4. Chorwettbewerbs des Chorverbandes Niedersachsen/Bremen rückte Celle am Samstag in den Mittelpunkt der norddeutschen Chorlandschaft. Elf Teilnehmerchöre von Cuxhaven bis zum Eichsfeld waren angereist, um sich im Schulzentrum Burgstraße einer sechsköpfigen Jury unter der Leitung des Hildesheimer Musikprofessors Eckhard Albrecht zu stellen. Unter ihnen als einziger Chor aus dem Kreischorverband Celle der Gemischte Chor Großmoor.

Ziel des Vorsingens war jedoch nicht, am Ende ein „Siegertreppchen“ zu besteigen, sondern sich nach dem jeweiligen Vortrag ihrer Lieder – ohne abschließendes Ranking und abschließende Bewertung – hinsichtlich Notentexttreue, Intonation, Aussprache, Chorklang und Gestaltung von der Jury beraten zu lassen. Dazu waren a cappella ein Kanon (als Wahlpflichtstück), ein Volkslied oder Popstandard sowie zwei Titel freier Wahl, aber unterschiedlicher Stilrichtung vorzutragen.

Passioniert, schwungvoll, leidenschaftlich, dynamisch und – in positivem Sinne – hier und da auch ein wenig frech präsentierten sich die zwischen Knabenchor (Hildesheim) und Universitätschor (Bremen) angesiedelten Ensembles. Dabei stachen bei den Wahlpflichtstücken zwei Kanons hervor, die jeweils dreimal ausgewählt wurden: Rieks Veenkers „Canon in swing“ mit dem mitreißend gescatteten „dab jabada dabadoe...“ und Haydns „Ein einzig böses Weib“, eine sarkastisch-humorige Persiflage auf das Eheleben.

Der 26-köpfige Chor aus Großmoor unter der Leitung des jungen Musikstudenten Joschua Claassen präsentierte zunächst den Choral-Kanon „Gaudeamus hodie“, danach das Liebe und Hass im Mittelalter thematisierende „Odi et amo“ aus Carl Orffs „Catulli Carmina“ und die lyrische Popballade „Weit, weit weg“ des „Alpenrockers“ Hubert von Goisern und zum Abschluss der von Claassen selbst neu arrangierte Folkpopsong „California Dreaming“ von „The Mamas & The Papas“.

Jury-Mitglied Doris Vetter, Verbands-Chorleiterin des Chorverbandes Hamburg und professionelle Stimmbildnerin, bescheinigte den Großmoorern ein hohes Maß an spürbarer Sangesfreude und Ausdruckstiefe. Aber auch einen „ausgeprägten Aufbauwillen“. Schon vor dem Wettbewerb hatte sie mit dem Chor ein Stimmbildungsseminar vereinbart. Nicht nur deshalb äußerte sich Claassen abschließend „dankbar für die vielen Eindrücke und Anregungen in diesem bunt gemischten Teilnehmerfeld“.

Von Rolf-Dieter Diehl