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Celle Stadt „Les Haricots Rouge“ spielen zum zehnjährigen Bestehen von „Kultur Querbeet“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Les Haricots Rouge“ spielen zum zehnjährigen Bestehen von „Kultur Querbeet“
14:24 23.11.2010
Jazzkonzert mit LES HARICOTS ROUGE in der Celler Volksbank. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Über mangelndes Lob konnte sich Jürgen Wippich, Initiator und Gründer der Kulturinitiative „Kultur querbeet“, aus Anlass seines zehnjährigen Jubiläums am Wochenende in der mit 250 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzten Volksbank an der Stechbahn nicht beklagen. Für die Stadt Celle überbrachte Bürgermeister Bernd Zobel Grüße, Dank und Anerkennung „für das künstlerische Engagement und die Innovationsbereitschaft“ Wippichs und aus Berlin war der Schriftsteller Oskar Ansull angereist, um in einer etwas längeren Rede mit dem von ihm ergänzten niederländischen Sprichwort „Geld vergeht, Kunst besteht. Das gilt querbeet“ seine persönliche Wertschätzung für die geleistete Arbeit auf den Punkt zu bringen.

Wie nicht anders zu erwarten, hatte Wippich zu seinem kleinen Jubiläum als Höhepunkt Großes zu bieten: die Spitzen-Jazzband „Les Haricots Rouges“ war gekommen, um zu jazzen wie Gott in Frankreich. Auch heute noch sind sie in ganz Europa ein heißer Tipp. Von ihrer Ausstrahlung und Faszination jedenfalls haben sie seit den 60er-Jahren nichts verloren. Mit Melodien aus New Orleans und Rhythmen aus der Karibik, mit traditionellem Jazz und swingenden Chansons, mit Samba, Rumba, Mambo und mit Boogie Woogie bieten sie eine Show der Superlative. Das Ganze würzen sie darüber hinaus mit skurrilen Gags, überraschenden Einfällen und leicht frivolen Einlagen, die auch schon mal zwischen den Stuhlreihen stattfinden, ohne dass die Qualität der Musik darunter auch nur im geringsten leidet. Man wandert umher, ergeht sich im orientalischen Tanz und im angedeuteten Striptease, übt mit Posaune, Banjo und Trompetensignalen den Stierkampf als gehörte das zum Selbstverständlichsten der Welt und spielt die Instrumente, wenn es sein muss, auch im Knien. Da gibt es keinen Moderator und auch kein Vorzählen zum gemeinsamen Beginn. Wenn Banjospieler „Roro“ Congréga mit Charme und Witz seine Herzdame im Publikum anhimmelt, der Trompeter Pierre Jean am Klavier „La Vie en Rose“ intoniert oder Michel Sénamaud zu einem virtuosen Schlagzeugsolo ansetzt, dann spätestens weiß man, dass „Les Haricots Rouges“ mehr sind als nur eine Jazzband – sie sind ein Gesamtkunstwerk aus Musik und charmant-humoriger Show. Entsprechend groß ist die Begeisterung im Publikum nicht erst am Schluss. Fantastisch.

Von Hartmut Jakubowsky