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Celle Stadt Letzte BO 105 landet in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Letzte BO 105 landet in Celle
17:20 13.12.2016
Von Michael Ende
Letzte Landung in Wietzenbruch: In Bundeswehr-Diensten soll die in über vier Jahrzehnten bewährte BO 105 künftig nicht mehr fliegen. Quelle: Julian Stratenschulte
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"Wir stehen heute an genau jenem Ort, wo für uns Heeresflieger alles anfing. Vor 43 Jahren wurden hier in der Halle 5 die ersten zehn 10 BO 105 C von der Firma MBB an die Heeresfliegerversuchsstaffel zu Versuchszwecken und für die ersten Flüge übergeben", sagte gestern Oberstleutnant Peer Garben, Kommandeur der für die Ausmusterung der BO 1005 zuständigen Teileinheit 900 nach der finalen Landung, der ein spektakulärer Formationsflug mit 18 "Bohikanern" über Celle vorausgegangen war. Nach Abschluss aller Feldversuche und Studien seien ab 1979 insgesamt 312 BO 105 an die Heeresfliegertruppe ausgeliefert worden – 100 Stück in der Version „M“ als Verbindungshubschrauber und 212 Stück in der Version „P“ als Panzerabwehr-Hubschrauber. Garben: "Dies war der Beginn einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte eines in Deutschland entwickelten Hubschraubers."

Mit der Übernahme der "Panzerknacker" habe die Heeresfliegertruppe seinerzeit erstmalig einen Kampfauftrag erhalten, so Garben: "Wir waren von da an nicht mehr nur die Luftkutscher mit orangener Kombi und gelbem Schal, sondern gleichwertige Kämpfer im deutschen Heer." Das ist längst Geschichte: "Nach Abgabe des letzten Schusses einer Panzerabwehrrakete im August 2013 wurde die BO nur noch als Verbindungs- und Trainingshubschrauber eingesetzt. "Alle verbliebenen Hubschrauber wurden hier in Cellezusammengefasst und nach und nach aus der Nutzung genommen, ausgephast und über die Vebeg von hier aus verkauft", sagte Garben.

Rund 1,4 Millionen Flugstunden haben die BOs der Bundeswehr geleistet. Die letzte wurde gestern geflogen. Die bis dahin für den Flugbetrieb zuständige Teileinheit 900 wird zum 30. Juni 2017 aufgelöst. In der Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne geben zukünftig die Luftlandetruppen des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit den Ton an.