Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Licht schafft Atmosphäre
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Licht schafft Atmosphäre
12:37 20.05.2014
Aufmacher: Garten mit blau beleuchtetem Koi Teich in Sommernacht Quelle: krappweis
Celle Stadt

„Wir betrachten den Garten heute wie einen zweiten Wohnraum und dementsprechend sollte er illuminiert werden“, sagt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. „Eine professionelle Lichtgestaltung ist ein Gewinn für jeden Gartenbesitzer. Richtig eingesetzt, eröffnet eine Beleuchtung ganz neue, reizvolle Aspekte des Gartens.“

Dabei geht es nicht darum, den Garten taghell zu erleuchten, sondern durch dezentes Licht Stimmung zu erzeugen. Selbst im Winter verlängert eine Beleuchtung im Garten die Abende oder bringt Eiskristalle auf den Gräsern zum Glitzern. „Gute Lichtgestaltung setzt sich immer aus einer ausgewogenen Mischung aus punktueller, heller Erleuchtung und Bereichen mit sanftem, warmen Licht zusammen“, so der Umweltreferent.

Auf welche Form der Beleuchtung die Wahl fällt, hängt von den Bedürfnissen und dem Zweck ab: Wo wird eine funktionale Beleuchtung benötigt, z. B. an Außentreppen, Fahrradständern, Garagentoren? Wo kann zusätzliches Licht Stolperfallen vermeiden? Was soll aus ästhetischen Gründen beleuchtet werden, z. B. eine Skulptur oder eine Baum? Wie soll der Blick vom Sitzplatz aus auf den Garten gelenkt werden? Welche Stimmung möchte man an unterschiedlichen Plätzen wie Terrasse, Pavillon oder Teich erzeugen?

Helles Licht ist vor allem bei Hauseingängen und Zufahrten, Wegen und Treppenstufen wichtig, um sich auch im Dunkeln sicher auf dem Grundstück zu bewegen. Hier ist der Einsatz von Bewegungsmeldern sinnvoll, um eine Dauerbeleuchtung zu vermeiden und somit Strom zu sparen. Mit einem Bewegungsmelder gekoppelt dient Licht auch als Abschreckung gegen unliebsame Eindringlinge. „Das ist besonders Senioren wichtig“, weiß Henze. Der Sicherheitsaspekt gewinnt in Zeiten des demografischen Wandels an Bedeutung. Dazu gehört ebenso eine gut beleuchtete Hausnummer, die beispielsweise von Notärzten leicht gefunden werden kann.

Warmes, dezentes Licht ist hingegen bei Sitzplätzen auf der Terrasse oder innerhalb des Gartens gefragt. Es soll zwar Helligkeit verstrahlen, jedoch nicht blenden.

Licht an Wegen, Einfahrten und Sitzplätzen gehört zum Pflichtprogramm eines Grundstückbesitzers. Verschiedene Objekte im Gartenraum zu beleuchten ist dagegen Kür. Durch die richtige Ausleuchtung wird die Grundlinie des Gartens auch nachts hervorgehoben. Oder es kommen besondere Bereiche zur Geltung. Licht verzaubert den Garten, wenn das Spiel aus Hell und Dunkel gekonnt eingesetzt wird; denn Licht lebt von Kontrasten. Wirkungsvoll werden Solitärpflanzen, Kunstwerke oder Steine in Szene gesetzt, in dem sie von unten mit Strahlern beleuchtet werden, während die Umgebung im Dunkeln bleibt. Die vertikale Ausrichtung der Beleuchtung verleiht dem Garten eine zusätzliche Tiefe. So entwickeln auch von unten bestrahlte Bäume und Sträucher eine geradezu mystische Atmosphäre. „Das wirkt völlig anders, als wenn eine Lichterkette in die Äste gehängt wird, obwohl auch das beispielsweise bei Festen seinen Reiz haben kann“, sagt Gartenexperte Michael Henze. Die Position der Lichtquelle spielt dabei eine Rolle: Steht beispielsweise der Strahler nah am Objekt, werden die Details hervorgehoben. Beleuchtet man aus einiger Entfernung, ist der Gesamteindruck größer.

Starke Effekte erzielt Licht auf Wasserflächen. „Von oben beschienen ergeben sich schöne Reflexionen. Noch stimmungsvoller ist eine Unterwasserbeleuchtung“, so Henze. Wichtig sei bei der Planung eine zurückhaltende Installation. „Auch bei der Illumination gilt: Weniger ist mehr.“

Sind die wichtigsten Fragen zu den Einsatzbereichen der Beleuchtung im Garten geklärt, geht es an die Wahl des Leuchtmittels. Martina Hancke

Von Martina Hancke