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Celle Stadt Lichtkunst-Ausstellung „[p:lux] licht teilen“ im Kunstmuseum mit Thomas Reul
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lichtkunst-Ausstellung „[p:lux] licht teilen“ im Kunstmuseum mit Thomas Reul
16:02 13.01.2017
Celle Stadt

Nähert man sich dem Kunstmuseum aus der Innenstadt, geht vorbei an Otto Pienes „Feuerwerk für Celle“ und durch die Fritz-Grasshoff-Gasse Richtung Schloss, blickt man durch große Fenster in einen hell erleuchteten Raum. Zwei über Ventilatoren kreisende Glühbirnen werfen Schatten auf den Weg und die Fassaden. Vorbeigehende werden Teil einer ganz besonderen Situation und durch ihre Schatten auch Teil der Installation „Lichtkreise“ des Künstlers Thomas Reul.

Welchem Thema bist du mit deinen Arbeiten auf der Spur?

Letzten Endes geht es immer ums Menschsein. Um das Sein und seine unbegreifliche Komplexität. Dabei richte ich gerne die Aufmerksamkeit auf Dinge und Situationen, die jenseits des Funktionalen liegen.

Mit welchen Materialien arbeitest du?

Für meine Arbeit in Celle verwende ich Glühbirnen, Kabel, Ventilatoren, Malerfolie und Baustrahler – ganz gewöhnliche Dinge. Mich interessiert die poetische Vielfalt, die mit Objekten des Alltags einhergeht, wenn sie mit anderen Objekten und Phänomenen in Bezug gesetzt und dadurch ihres ursprünglichen Zwecks entledigt werden. Ein weiteres wichtiges „Material“ ist für mich der menschliche Körper. Die Wechselwirkungen zwischen Menschen, Materialien und Gegenständen erschaffen Situationen, in die man ein- und abtauchen kann.

Welche Intention steckt hinter deinen Arbeiten?

Für meine Arbeiten ist es nichtinteressant, was meiner Ansicht nach an Bedeutung in den Dingen steckt. Mir ist der subjektive, individuelle Blick auf das Werk, die Sichtweise der Rezipierenden wichtig. Andere Menschen sehen in den Materialien und Anordnungen etwas ganz Anderes als ich. Ichfinde es viel spannender, wenn Menschen mir erzählen, was sie wahrnehmen.

Was interessiert dich daran?

Mir geht es darum, neue Formen des Denkens zu ermöglichen. Mein eigenes Denken wird zu Form, zu Material, daraus entsteht eine künstlerische Arbeit, eine Situation, die Andere zum Wahrnehmen und zu neuen Formen des Denkens anregt. So entsteht ein spannender Kreislauf aus Rückkopplungen.

Warum ist Licht ein spannendes Medium für dich?

Licht ruft vielfältige Assoziationen hervor. Wenn wir Kunst wahrnehmen werden neue Gedanken angeregt, die auf eigenen Erfahrungen basieren. Erinnerungen sind Verschaltungen von Synapsen im Gehirn. Und genau das geschieht: ein Funke, ein „Licht“ springt über und kombiniert unsere Gedanken neu. Ein gemeinsames Wahrnehmungs- und Interpretationsfeld entsteht. Das ist für mich Partizipation in seiner unmittelbarsten Form. (cz)

Von cz