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Celle Stadt Lichtkunst im Bahnhofstunnel ad acta gelegt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lichtkunst im Bahnhofstunnel ad acta gelegt
18:05 25.08.2010
Von Oliver Gatz
Mit diesem tristen nächtlichen Anblick müssen sich die Celler wohl anfreunden: Lichtkunst wird es nicht geben. Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

Seit langem hat sich Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) für die optische Aufwertung des Celler Bahnhofs mit Lichtkunst stark gemacht. Nun musste er einen herben Rückschlag hinnehmen: Bereits in der Anfangsphase ist das Vorhaben im Verwaltungsausschuss mehrheitlich gestoppt worden. Dabei ging es um die Gestaltung der Straßenunterführung und eine geplante Lichtblüte mit 100 roten Leuchten.

Die CDU-Fraktion verwies auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. „Bei einem anwachsenden Defizit ist dem Bürger nicht zu vermitteln, dass es überall Kürzungen gibt, aber für die Lichtkunst am Bahnhof 150000 Euro zur Verfügung stehen“, argumentierte Michael Bischoff (CDU). Darüber hinaus habe sich die CDU-Fraktion nicht mit den beiden Entwürfen der Verwaltung und des Lichtkünstlers Vollrad Kutscher, der eine interaktive Licht- und Klanginstallation in dem Tunnel plante, anfreunden können.

Bischoff machte aber deutlich, dass die CDU grundsätzlich die Gestaltung der Bahnhofshalle und der Bahnsteige mit Lichtkunst begrüße – nur zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es die Haushaltslage zulasse. Ansonsten seien die Christdemokraten offen für kostengünstige Lösungen, die Bahnhofsunterführung optisch aufzuwerten – etwa mit Graffiti-Kunst.

Die SPD sprach sich für Lichtkunst in der Unterführung aus. „Man darf die Zukunft nicht um jeden Preis verspielen“, sagte Fraktionschef Jens Rejmann. Die Entscheidung der Mehrheit im Verwaltungsausschuss sei falsch. Die „sehr engagierte Arbeit“ des künstlerischen Leiters des Vorhabens, Robert Simon, sei nicht gewürdigt worden. Rejmann sprach von einem „Affront“ gegen Simon.

Dieser teilte mit, dass er das Projekt nicht weiter verfolge. „Ich mache an dem Bahnhof nichts mehr“, sagte er. Für ein solches Vorhaben auf hohem künstlerischen Niveau brauche man einen entsprechenden Rückhalt.

„Eine ganz hervorragende Chance ist vertan worden“, sagte Oberbürgermeister Mende. Die Umsetzung der Entwürfe wäre ein erster Schritt hin zu einem Lichtkunstbahnhof gewesen, der ein Alleinstellungsmerkmal für Celle bedeutet hätte. Mende bedauerte den Rückzug Simons außerordentlich.

Für die Lichtkunst in der Unterführung waren im städtischen Haushalt 2010 insgesamt 80000 Euro eingeplant. Die zusätzlich geplante Lichtblüte hätte mehr als 65000 Euro gekostet.