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Celle Stadt Linke/BSG: Nicht bei Stadtbibliothek Rotstift ansetzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Linke/BSG: Nicht bei Stadtbibliothek Rotstift ansetzen
13:45 05.01.2014
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Auch rein fachlich sei es völlig falsch, gerade bei den Neubeschaffungen zu sparen, so Uca weiter. Das Interesse der Nutzer richte sich wie auch in einer Buchhandlung vor allem auf die Neuerscheinungen. Und da haben nach Auffassung der Fraktion Linke/BSG schon die Haushaltssperren der beiden vergangenen Jahre großen Schaden angerichtet. So fänden sich derzeit viel zu wenige Bestseller im Bestand der Einrichtung. „So macht man eine attraktive Bibliothek kaputt“, kritisiert Uca. Sie sieht die Interessen von Schülern und einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten massiv beeinträchtigt.

Wer jetzt die Schließung der Zweigstelle am Lauensteinplatz als Alternative ins Gespräch bringe, habe nach Ucas Auffassung nichts vom sozialen Charakter einer Bibliothek verstanden: „Angesichts des Schulschwerpunkts in diesem Stadtteil dürfte auch hier eher eine Aufwertung anstehen statt einer Schließungsdrohung.“

Der Fraktionsvorsitzende Oliver Müller (BSG) verweist darauf, dass es bundesweit anerkannte Standards für die Qualität des Angebots gebe. Danach müssten erstens pro Einwohner zwei Medien zur Verfügung gestellt werden. Zweitens sollten jährlich zehn Prozent des Medienangebots erneuert werden. Müller: „Die Fachverbände gehen bei einem Durchschnittspreis von 17 Euro je Neuerwerbung damit von einem Etatbedarf von 3,40 Euro je Einwohner aus. Und das heißt nach Adam Riese, dass für Celle nicht 50.000 Euro für die Ersatzbeschaffung anzusetzen wären, sondern mehr als das Vierfache, nämlich 230.000 Euro.“

Angesichts der geplanten Einschnitte hatte die Bibliotheksgesellschaft einen Protestbrief an alle Ratsmitglieder und die Spitzen der Stadtverwaltung gerichtet. CDU, SPD und Grüne signalisierten, dass man angesichts der prekären Haushaltslage nicht um die Kürzungen herumkomme.