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Celle Stadt Literarische Begegnung der besonderen Art
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Literarische Begegnung der besonderen Art
16:11 24.08.2018
Tobias Premper hat in der Galerie Dr. Jochim sein neues Buch vorgestellt. Quelle: David Borghoff
Celle

CELLE. Der Vorsitzende der Ernst-Schulze-Gesellschaft hat ihn in wohl ausgesuchten Worten angekündigt, Tobias Premper, den Celler Literaten aus der Schuhstraße, der schon lange nicht mehr in Celle, sondern nach Stationen in Florida, Hannover und Berlin nun in Hannover lebt. Er ist ein Charakterkopf, ein Mann, der nicht angepasst seinen ihm von der Familie und dem sozialen Umfeld vorgedachten Weg gegangen ist. Übers Werbetexteschreiben ist er inzwischen mit seinen literarischen Texten beim renommierten Steidl-Verlag in Göttingen angekommen. Dort sind sämtliche Bücher Prempers erschienen. Auch das neueste mit dem Titel „Ich war klein, dann wuchs ich und war größer“. Schon der Titel macht klar: Dieser Mann, der noch immer neben seinem literarischen Schreiben das journalistische und werbetechnische Schreiben praktiziert, hat einen ganz eigenen Stil. Und das nicht nur beim Schreiben, sondern auch in seinem Auftreten in der Celler Haesler-Galerie.

Dort sitzt er zunächst an einem kleinen Tisch. Hört der Begrüßung zu. Als das Wort an ihn übergeben wird, will er gleich beginnen. Es gibt keine Begrüßung des Publikums, stattdessen fängt er gleich an mit der ersten literarischen Miniatur, oder war es ein längerer Aphorismus? Auf jeden Fall hält sich die Reaktion des Publikums in Grenzen. Das ist auch kein Wunder, sind doch die einzelnen kurzen Texte meist so schnell vorbei, dass man als Hörer durchaus öfters irritiert sein konnte.

Prempers Texte laufen nicht jedes Mal auf eine Pointe oder einen Höhepunkt zu. Sie hören einfach auf. Dann müsste man den Text eigentlich noch ein zweites Mal lesen, aber die Chance hat man in der Lesung nicht. Premper macht auch keinen Hehl daraus, dass er nur da sitzt, weil er Bücher an den Mann und die Frau bringen will. Geradezu gleichgültig wirkt er gegenüber seinem Publikum, wundert sich, dass trotz immer wieder langen Suchens des nächsten Textes die Zeit nicht recht vergehen will. Spielt Premper nur den im Elfenbeinturm sitzenden Literaten, der im normalen Leben nie angekommen ist? Ist sein Auftreten vielleicht eine vom Management – falls es eines gibt – gewolltes öffentliches Bild, das er pflegen soll? Man kann es schwer einschätzen. Premper wirkt wie eine Figur zwischen Sein und Schein. Zwischen Provokation und Performance. Aber das passt zu seinen Texten, bei denen man nie weiß, ob dieses oder jenes ernst gemeint ist. Ob eine Formulierung nur präzise und bildstark ist oder schon eine Vision. „Letztlich sind meine Miniaturen nichts weiter als pure Magie, die dem zeitgenössischen Leben mit seinem glattrasierten, freundlichen Dauergrinsen abhandengekommen ist“, so Premper. Dem kann man zustimmen. Wer für diese Art Magie zugänglich ist, der wird in Prempers Literatur sicher fündig.

Von Reinald Hanke

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