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Celle Stadt Literarische Entdeckungstour durch Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Literarische Entdeckungstour durch Celle
11:40 08.09.2017
Oberbürgermeister Jörg Nigge, Martina Fragge, Leiterin Kommunikation der VGH-Stiftung, und Susanne Mamzed, Intendantin des Literaturfestes Niedersachsen (vordere Reihe zweiter bis vierte von links), mit den Celler Partnern des Festivalfinales im Kunstmuseum Celle. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Auf zwei unterschiedlichen Routen gibt es dabei die Möglichkeit, Räume kennenzulernen, die zu stadtbildprägenden Gebäuden gehören und sonst nicht immer öffentlich zugänglich sind. (Neue) Räume wahrnehmen, entdecken, durchschreiten und erleben – das beziehe sich jedoch nicht nur auf die ausgewählten Lokalitäten, sondern auch auf literarische Räume, „die sich zwischen den Buchdeckeln auftun und uns fremde Welten eröffnen“, erläuterte Mamzed.

Die jeweiligen Texte sind dabei passend zum Ort gewählt. Sie wirken in der authentischen Atmosphäre anders als im Lesesessel zu Hause. So gibt es im Oberlandesgericht eine Lesung von Ursula Krechel aus ihrem Buchpreisprämierten Roman „Landgericht“, in dem sie „die verlorenen Erinnerungen der Bundesrepublik der Nachkriegszeit“ hervorholt. Im Haus der Landschaft, das im 19. Jahrhundert sein bis heute unverändertes Gesicht erhielt, stellt die Autorin Sabrina Janesch in dieser Zeit angesiedelte Geschichte „Die goldene Stadt“ vor, ein Abenteuerroman, der in den Medien auch schon als „Hommage an die Grenzenlosigkeit der menschlichen Neugier“ bezeichnet wurde. Die Rathsmühle, in der noch bis 2009 Mehl gemahlen wurde, dient als idealer Ort für Otfried Preußlers Buch „Krabat“, in dem eine sagenumwobene Wassermühle die Hauptrolle spielt.

„Ein Zimmer im Hotel“ wiederum steht im Fokus des gleichnamigen Buches von David Wagner, 2013 Preisträger der Leipziger Buchmesse, aus dem der Autor im Hotel Fürstenhof lesen wird. In dem vom „Bauhaus“-Architekten Otto Haesler erbauten Direktorenhaus, das heute die „Galerie Dr. Jochim“ beherbegt, stellt Andreas Hillger seinen Roman „Gläserne Zeit“ vor, das die Bauhaus-Zeit der 1930er-Jahre in Dessau beschreibt. Schließlich bietet das Haus der Freimaurer-Loge die beste Kulisse für eine Szene aus Tolstois „Krieg und Frieden“, in der es um die Freimaurer geht.

Den Abschluss bildet ein Empfang der Veranstalter im Kunstmuseum Celle, bei dem das Jazzquartett „Sonic Art Group“ (mit den beiden Cellern Moritz Aring und Joschua Claassen) für den musikalischen Rahmen sorgen.

Von Rolf-Dieter Diehl