Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Lobetal-Gäste im Interview beim Gottesdienst im HBG
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lobetal-Gäste im Interview beim Gottesdienst im HBG
19:30 17.11.2010
Lobetal-Betreuer Hartmut Wensch, (von Links), Martin Strohmeyer, OB Dirk-Ulrich Mende, Astrid Trebchen, Ramona Lambrecht und Sabine Elsemann beim Interview im HBG. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Strohmeyer war einer von drei Bewohnern der Celler Stiftung, die auf Einladung von Schülern sowie Pastor und HBG-Lehrer Thomas Gaete Cardemil dem Teilnahme-Ruf zum „Buß- und Bettag-Gottesdienst“ gefolgt waren. Das Thema „Gleiche unter Gleichen, Behinderte in der Gesellschaft“ war schließlich auf ihre Lebenssituation zugeschnitten. Begleitet wurden sie von Ramona Lambrecht und Betreuer Hartmut Wensch.

Um es vorweg zu nehmen: Die fünfköpfige Delegation war sichtlich angetan. „Wir wollten in keinem Fall als Schauobjekte zum Thema dienen“, so Lambrecht. Deshalb habe es zunächst auch leichte Vorbehalte gegeben. Die Bewohner aber waren es, die unbedingt dem Ruf des Gymnasiums Folge leisten wollten. Was gut war – für beide Seiten. Denn es wurden erkennbar Barrieren abgebaut, die zumeist von den so genannten „Normalen“ errichtet werden.

Es stimmte alles am gestrigen späten Vormittag. Bis auf den letzten Platz war die Aula gefüllt von erwartungsfrohen Besuchern. Unter ihnen Ehrengast Dirk-Ulrich Mende. Der Oberbürgermeister wurde in der integrierten Diskussionsrunde am meisten von den Moderatoren Lisa Amelung und Benjamin Günther gelöchert.

„Man habe in Celle schon viel für Menschen mit Behinderung tun können, aber dennoch gebe es noch Verbesserungswürdiges“, so Mende. Für ihn sei die Stadt Marburg im Umgang mit Behinderten vorbildlich. Daran wolle er sich orientieren. Gleichzeitig bedauerte der OB die fehlende Lobby für Menschen mit geistiger Behinderung, während Rollstuhlfahrer durchaus Akzeptanz genössen. „Sind nicht alle Menschen gleich?“, wollte das Moderatoren-Duo wissen. „Für mich ist der Artikel 1 des Grundgesetzes, der die Achtung der Menschenwürde und gegenseitigen RespekT einfordert, der richtigere Ansatz", so der Ehrengast.

In seiner Predigt geißelte Pastor Gaede Cardemil die überhebliche Redewendung „Ich entschuldige mich“ nach einem Unrecht. „Keiner kann sich entschuldigen, nur um Entschuldigung bitten. Dazu gehöre echte Reue und Buße. Der Buß- und Bettag habe auch den Teil des Gebets. So folgte das gemeinsame „Vaterunser“ als Abschluss eines bemerkenswerten Gottesdienstes.

Von Gert Neumann