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Celle Stadt Lokalpolitik bleibt im Kreis Celle Männersache
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lokalpolitik bleibt im Kreis Celle Männersache
08:22 16.09.2016
Von Simon Ziegler
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Sie hat nach der Wahl alle Gremien analysiert und kommt zu dem Schluss, dass die durchschnittliche Gesamtverteilung im Kreis hinsichtlich des Frauenanteils nur 24 Prozent beträgt. In Offen liegt die Frauenquote bei null Prozent, nur etwas besser sieht es in Ahnsbeck und Beedenbostel (jeweils neun Prozent) sowie Jeversen (elf Prozent) und Eldingen (15 Prozent) aus. Den höchsten Frauenanteil weist der Wathlinger Gemeinderat aus. Dort sind 8 von 19 Ratsmitgliedern weiblich. Die Quote liegt bei 42 Prozent. Das heißt, es gibt kein einziges Gremium im Kreis Celle, in dem mehr Frauen als Männer sitzen.

Der Celler Stadtrat hat lediglich einen Frauenanteil von 23 Prozent, während der Kreistag zu 32 Prozent mit Frauen besetzt ist. „Von einer paritätischen Verteilung, Teilhabe und Mitbestimmung von Frauen in politischen Gremien sind wir noch weit entfernt“, bedauert Lawin.

Warum sich in der Kommunalpolitik so wenige Frauen engagieren, liegt vermutlich nicht an ungünstigen Sitzungszeiten oder hohem Zeitaufwand. Denn Frauen engagieren sich ja durchaus vor Ort – im Kirchenvorstand, im Chor oder bei den Landfrauen und prägen auf diese Art das dörfliche Leben mit. Dass Politik oft Männersache bleibt, liege laut Lawin an traditionellen Strukturen und an der Akzeptanz innerhalb der Parteien vor Ort.

Der niedrige Frauenanteil zieht sich durch alle Parteien. Bei SPD und Grünen gibt es zwar mehr Frauen als bei CDU und FDP, aber selbst bei den Grünen sieht es insgesamt mau aus. In der Kreistagsfraktion sind nur zwei von fünf Mitgliedern weiblich. Im Stadtrat ist bei drei Mitgliedern nur eine Frau.

„Wir müssen Frauen vermehrt in politische Prozesse einbinden“, fordert die Gleichstellungsbeauftragte. Das heiße aber nicht, dass Frauen nur Frauen wählen sollen.