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Celle Stadt Lühmann: Politik kann bei OHE nicht eingreifen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lühmann: Politik kann bei OHE nicht eingreifen
19:44 13.08.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Der Metronom ist eine Erfolgsgeschichte. Moderne Züge und exklusive Haltepunkte sind eine Bereicherung für den Wettbewerb auf der Schiene. Wer allerdings in Zukunft das Sagen bei dem Unternehmen haben wird, ist ungewiss.

Der Metronom ist eine Tochter der Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE). Die OHE AG gehört mehrheitlich dem britischen Arriva-Konzern. Diesen übernimmt die Deutsche Bahn (DB). Für die OHE und alle anderen deutschen Arriva-Töchter sucht die DB nun einen Käufer. So mancher befürchtet, dass die Bahn dabei die lästige Konkurrenz durch den Metronom ausschalten möchte.

Auf Nachfrage der Celler SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann hatte DB-Chef Rüdiger Grube erklärt, dass die deutschen Arriva-Beteiligungen nur als Ganzes verkauft werden und es mehrere Interessenten gebe. Der Verkauf richte sich nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die kommunalen Gesellschafter der OHE hatten gehofft, dass ein norddeutsches Unternehmen, etwa die niedersächsische Eisenbahngesellschaft EVB oder die Hamburger Hochbahn, die Arriva-Anteile an der OHE kaufen könnten. Dafür hatte sich Celles Landrat Klaus Wiswe (CDU), der für die Kommunen im OHE-Aufsichtsrat sitzt, stark gemacht. Er hatte gehofft, dass die Politik Einfluss auf die DB-Entscheidung nimmt.

Für diese Sicht hat Lühmann keine Verständnis. „Die Politik kann hier nicht eingreifen“, sagt sie. Eine gesellschaftliche Verantwortung könne die Politik von einer Aktiengesellschaft nicht einfordern. „Hier rächt sich die vorangegangene Privatisierung der regionalen Verkehrsgesellschaften.“ Gerade CDU und FDP hätten seinerzeit auf eine betriebswirtschaftliche Ausrichtung der DB gedrungen. Nun handele die Bahn auch so. Sie werde die deutschen Arriva-Beteiligungen – und damit die OHE und den Metronom – an den Höchstbietenden verkaufen.

Bürgermeister aus der Region fordern, dass so früh wie möglich das Gespräch mit dem neuen OHE-Mehrheitseigner gesucht werde. „Wir müssen die Interessen unserer Region wahren und verhindern, dass eine vorbildliche und wirtschaftlich erfolgreiche regionale Verkehrsstruktur zerschlagen wird“, sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD).