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Celle Stadt Manege frei für „Las Vegas Circus“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Manege frei für „Las Vegas Circus“
20:14 25.09.2013
Der „Las Vegas Circus“ präsentiert neben Dromedaren auch Lamas und edle Hengste sowie Akrobatik und den 16 Jahre alten Clown Francesco. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Seit Montag wird auf dem Schützenplatz wieder gehämmert und geschraubt, abgeladen und gefüttert. Der „Las Vegas Circus“ baut seine Zelte auf, um für die Galapremiere am Freitag, 17 Uhr, gerüstet zu sein. Bis zum 6. Oktober wollen die Artisten mit Tiernummern, Akrobatik und Witz Zirkusfans verzaubern.

„Ich hole noch einmal Späne. 150 Euro wird es wohl kosten“, ruft Carl Altoff Köllner in den Wohnwagen des familiär geführten Zirkus hinein und hält die Hand auf. Ehefrau Liane, die Kassenverwalterin, antwortet mit einem prüfenden Blick. Dann holt sie das Gewünschte aus einem Nebenraum. „Zirkus ist zwar eine Welt mit eigenen Gesetzen, in der sich jeder auf jeden zu 100 Prozent verlassen können muss, doch auch hier gilt, ohne Moos nichts los“.

„Bei uns in den Vorstellungen wird immer viel los sein“, verspricht sie. „Daran arbeiten wir Tag für Tag intensiv und dies bereits seit sieben Generationen.“ Auch die fünfjährige Lucia wird da nicht ausgenommen. Noch trainiert sie mit Hula-Reifen, aber später, wenn sie größer ist, will sie aufs Hochseil, sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht.

Positive Ausstrahlung ist wichtig, so wichtig, wie Akrobatik in Perfektion. Das haben die Köllners schon früh erlernen müssen. Das spüren die sensiblen Zirkustiere ebenso wie das Publikum. Dromedare, Lamas, die Zebra-Pferd-Mischlinge, die edlen schwarzen Friesenhengste, die sich mit temperamentvollen weißen Andalusier-Hengsten die Manege teilen – sie alle sind Teil einer Welt, die vom gegenseitigen Geben und Nehmen lebt. „Wir lieben unsere Tiere wie unsere Kinder. Sie sind Teil unserer Zirkuswelt“, versichert Liane Köllner (43).

Auf dem Seil präsentieren sich zwei andere „Las Vegas“-Girls mit graziösem Seiltanz, während die „fahrenden Gesellen“ urkomische Rapper-Akrobatik zeigen und „Schlangendame“ Jeannie sich verbiegt, als habe sie keine Knochen im Leibe. Trapezflüge der „Las Vegas“-Boys und der 16 Jahre alte Clown Francesco sind weitere Gründe für einen Zirkusbesuch.

Im Mai noch konnte der Zirkus weitere Attraktionen mit Löwen, Tigern und Elefanten bieten. Vor kurzem beschuldigte die Tierschutzorganisation Peta den Zirkus der Tierquälerei und ein Staatsanwalt ließ die Tiere sicherstellen und ins Ausland transportieren. Eine Richterin hat die Maßnahme der Staatsanwaltschaft inzwischen als weitgehenden Rechtsbruch kassiert.

Von Gert Neumann