Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Marinechor der Schwarzmeerflotte begeistert Celler Publikum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Marinechor der Schwarzmeerflotte begeistert Celler Publikum
18:00 04.12.2013
Hörgenuss und Augenschmaus: die "Blauen Jungs" vom Schwarzen Meer und die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Diese Show hatte es buchstäblich in sich. Natürlich durften die Klassiker der russischen Folklore nicht fehlen. Vom immer wieder Gänsehaut erzeugenden „Eintönig klingt das Glöckchen“, aus dessen Melodie Ronny seinerzeit seinen Millionenhit „Kleine Annabell“ geformt hat, bis hin zum Dauerbrenner „Kalinka“, der – bruchlos von der Balalaika zum Saxophon wechselnd – in einem überschwänglich begeisternden musikalischen Jazzgewand präsentiert wurde.

Begeisternd war auch das rundum gelungene Vorhaben der „Blauen Jungs“ vom Schwarzen Meer, mit ihren effektsicher timbrierten, voluminösen Stimmen eine musikalische Brücke quasi über alle sieben Meere von Kontinent zu Kontinent zu schlagen. Da schlängelte sich etwa der brasilianische Samba-Ohrwurm „Tico Tico“ mit funkenschlagendem Temperament von der Bühne in die Herzen des Publikums. Mit schwelgerischer Hingabe und sinnlich-warmer Melancholie wiederum fanden sich die Sänger wenig später „Im schönsten Wiesengrunde“ wieder, das wahrhaft herzergreifend in deutscher Sprache vorgetragen wurde. Und mit „Rock around the clock“ wurde schließlich sogar noch ein fetziger Rock‘n‘Roll inszeniert, bei dem es kaum noch jemanden auf den Sitzen hielt.

Zwischenzeitlich gaben die Instrumentalisten auch solistisch einige Kostproben ihres virtuosen Könnens. Ob Bandoneon oder Domra, ob Flöte oder Balalaika – den Zuschauern blieb ein ums andere Mal die Luft weg, wenn sie versuchten, den bisweilen geradezu akrobatisch anmutenden Fingerspielen auf den Instrumenten zu folgen.

Noch akrobatischer wurde es, wenn die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts auf die Bühne kamen. Ihre perfekt abgestimmte Choreografie wurde zum mitreißenden Augenschmaus. Angefangen bei anmutigen Walzern und Tangos bis zum ausgelassenen Kasatschok setzten sie sich mal mit theatralischer Performance, mal mit artistischen Bewegungsabläufen buchstäblich atemberaubend in Szene.

Die pausenlose Aneinanderreihung spannender Augenblicke ließ weder den Akteuren noch dem Publikum viel Zeit zum Luftholen. Denn die musikalische Reise der Schwarzmeerflotte sah keinen längeren „Landgang“ vor, sondern setzte sich unaufhaltsam fort und endete schließlich in einem emotional vorgetragenen „Do swidanja!“ Fantastisch.

Von Rolf-Dieter Diehl