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Celle Stadt Markt-Lückenschluss im Visier
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Markt-Lückenschluss im Visier
14:59 27.12.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. "Ihr Kinderlein kommet" hieß es in diesem Jahr seitens der Tourismus und Stadtmarketing Celle GmbH (TSC), wo man davon ausging, dass Weihnachten auch beim Kinder-Weihnachtsmarkt unterm Riesenrad vor dem Schloss entschieden würde. Damit habe man richtig gelegen, so TSC-Geschäftsführerin Marianne Krohn: "Grundsätzlich sind wir zufrieden mit dem Weihnachtsmarkt, wenngleich das Wetter uns einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Viele Auftritte von Künstlern wurden durch Wind und strömenden Regen beeinträchtigt, auch die Fahrten im Riesenrad hatten darunter zu leiden. Sehr gut angenommen wurde der Kinder-Weihnachtsmarkt vor dem Schloss, allen voran das Riesenrad und das Puppentheater."

Nicht so gut sei angekommen, dass es nach dem Empfinden vieler Besucher praktisch zwei Weihnachtsmärkte gegeben habe, so Krohn: "Bei den Umfragen, die wir vor Ort und via Internet gemacht haben, kam klar zum Ausdruck, dass man sich eine Verbindung der beiden Märkte wünscht. Oft wurden wir gefragt, warum die Stechbahn nicht bespielt wird, sowohl von Cellern als auch von auswärtigen Gästen. Vermisst wurde bei viele Besuchern der mittelalterliche Markt, der in diesem Jahr leider nicht angeboten werden konnte"

Die überregionale Wirkung des Weihnachtsmarktes sei nach wie vor stark. "Wir hatten wieder viele Besucher aus anderen Regionen Deutschlands, aber auch aus Holland, Großbritannien und Skandinavien", so Krohn: "Alles in allem waren die meisten Resonanzen sehr positiv, aber das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten und daher gibt auch noch Optimierungsbedarf. In den neuen Ausschreibungskriterien werden die Außenpräsentation und die Angebotsvielfalt eine deutliche Rolle spielen. Für 2012 würden wir uns natürlich wünschen, den Markt geschlossener gestalten zu können und somit Raum für interessante neue Themen zu schaffen."

"Der Weihnachtsmarkt auf der Stechbahn ist auch für die Verwaltung eine mögliche, attraktive Variante der kommenden Jahre", so auf CZ-Nachfrage die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. Zunächst gelte es aber, ein Resümee zu ziehen und herauszuarbeiten, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe: "Nach der Winterpause, also im Frühjahr, werden wir alle Beteiligten an einen Tisch holen und die Zukunftsvarianten weiter verfolgen."

Michael Bischoff, Aufsichtsratschef der Tourismus und Stadtmarketing Celle GmbH (TSC), meint, dass das aktuelle Weihnachtsmarkt-Konzept aufgegangen sei. Das heiße aber nicht, dass man es im nächsten Jahr nicht vielleicht auch mit einem anderem Konzept versuchen wolle, so Bischoff.

Wie lautet Ihr Weihnachtsmarkt-Fazit?

Mit dem Weihnachtsmarkt 2011 ist es Veranstaltungsmanagement und Geschäftsführung der TSC gelungen, neue Akzente zu setzen. Ich bin überzeugt, dass nicht nur bei unseren Jüngsten und deren Eltern und Großeltern, sondern auch bei der überwiegenden Mehrheit der Bürger und Besucher unserer Stadt der neue Kinderweihnachtsmarkt vor dem Schloss gut angekommen ist. Gerade die vielfältigen Programmangebote für Kinder und natürlich auch das beeindruckende Riesenrad haben deutlich gemacht, welchen Stellenwert Kinder und Familien zur Weihnachtszeit aber auch generell in unserer Stadt haben.

Es gab aber auch Kritik an der "Zerrissenheit" des Marktes mit seinen zwei Standorten.

Ich freue mich, dass viele Bürger der Stadt über die CZ oder direkt über die TSC Kritik und Zuspruch geäußert haben. Wir werden diese Anregungen allesamt kritisch prüfen, wenn es um die Bewertung des diesjährigen Konzeptes geht. Interessant und nicht ohne Einfluss auf die Frage, wie es mit dem Celler Weihnachtsmarkt in 2012 weitergeht, ist der Kassensturz nach Ende des diesjährigen Marktes. Für 2012 wird vorrangig zu entscheiden sein, ob wir am Standort Kinderweihnachtsmarkt vor dem Schloss festhalten wollen.

Andernfalls müsste ein neuen Standort-Konzept her.

Dann wäre folgerichtig zu überlegen, ob die bisherige ungewollte Trennung in einen Kinder- und "Erwachsenen"-Weihnachtsmarkt aufrecht erhalten wird oder ob eine Zusammenführung beider Komponenten durch Bespielung der Verkehrsräume um die Stadtkirche, also Stechbahn, Markt und Kalandgasse, ein überzeugendes Konzept darstellt. Voraussetzung dafür sind allerdings zunächst einmal intensive Gespräche zwischen TSC und Verwaltung auf der einen und Kaufmannschaft und Marktbeschickern auf der anderen Seite.

Hat die diesjährige Doppel-Standort-Strategie auch Vorzüge?

Ein Vorteil der Konzeption aus meiner Sicht ist: Einheimische und Besucher sind in der Stadt mehr unterwegs, die Innenstadt mit ihren zahlreichen Quartieren und Einzelhandelsangeboten wird unter Umständen intensiver wahrgenommen.