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Celle Stadt Mauern für Hochwasserschutz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mauern für Hochwasserschutz
11:37 05.04.2013
Von Michael Ende
Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Celler Hochwasserschutzprogramms von der Fuhsemündung bis zur Allerinsel laufen auf Hochtouren. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Viel zu kalt und viel zu trocken – aber über das Wetter meckern? Es gibt zumindest zwei Celler, die dazu keinen Grund haben: Celles Stadtbaurat Matthias Hardinghaus und Ernst Kohls, Gewässer-Experte beim städtischen Fachdienst Tief- und Landschaftsbau. Die beiden stehen auf der Fuhsebrücke im Zuge der Neustadt und beobachten das Treiben entlang des Flussufers. Hier laufen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Celler Hochwasserschutzprogramms von der Fuhsemündung bis zur Allerinsel. „Der Wasserstand ist niedrig, und der Boden ist trocken. Die Witterung ist ideal für unser Vorhaben“, sagt Hardinghaus.

Der Stadtbaurat beaufsichtigt das derzeit größte städtische Infrastrukturvorhaben. Hier werden insgesamt 5,2 Millionen Euro verbaut. 3,8 Millionen davon sind vom Land bewilligte Fördermittel, 1,4 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil der Stadt. „Wir haben also nicht nur reichlich Fördermittel eingeworben, sondern auch reichlich Fördermittel umgesetzt“, sagt Hardinghaus. Der zweite Bauabschnitt bestehe aus drei Teilen, erläutert Kohls. Im Zuge von Erdbauarbeiten entlang der Aller wurden für 2,6 Millionen Euro Flutmulden geschaffen. Einer Sondergenehmigung war es zu verdanken, dass die Stadt im zweiten Bauabschnitt bereits im Jahr 2010 rund 45.000 Kubikmeter Erdreich abtragen und für den Bau der Lärmschutzwälle am Wilhelm-Heinichen-Ring verwenden konnte. Etwa 80.000 Kubikmeter Erde wurden 2012 für den Bau des Landschaftswalls an der Ostumgehung im Bereich der Bennebosteler Straße benutzt. Kostenpunkt: eine halbe Million Euro.

Jetzt hat die Stadt die Absicht, eine Mauer zu errichten. Sie solle auf ein Länge von rund 320 Metern parallel zur Gehrkengasse auf der Grenze zwischen privaten und öffentlichen Flächen verlaufen, so Hardinghaus: „Die Mauer wird aus einem verklinkerten Betonkern bestehen und etwa einen Meter hoch sein. Gewissermaßen als Fundamente für die Mauern dienen Spundwände, die in einem neuartigen Pressverfahren je nach Bedarf etwa vier bis sechs Metern Tiefe eingebracht werden. Der Vorteil: Es gibt kaum Lärmbelästigung“ Außerdem werden in der Nähe der Guizettistraße, des Allergartens, der Kläranlage und Nienburger Straße sowie des Tribünenbuschs und der Straße „Texas“ Hochwasserschutzmauern gebaut. Errichtet werden zusätzlich insgesamt vier Schöpfwerke, die das Wasser aus Wohngebieten herauspumpen, falls es nicht mehr auf natürlichem Wege zum Fluss gelangen kann.

Für Mauern und Pumpstationen sind 2,1 Millionen Euro eingeplant. Seit Jahren habe man die betroffenen Anwohner eng mit in die Planungen einbezogen, betont Kohls: „Was wir hier tun, ist nicht nur in öffentlichem Interesse, sondern es wird auch eine Wertsteigerung für die hinter den Schutzmauern liegenden Grundstücke mit sich bringen.“

Bis zum August sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Hardinghaus: „Im September müssen die Fördermittel abgerechnet sein.“ Dass es sich bei den in den Sand des Allertals gesetzten Millionen um gut angelegtes Geld handelt, davon ist der Stadtbaurat überzeugt: „Wenn wir den dritten Abschnitt des Hochwasserschutzes bis zur Wehranlage an der Allerinsel fertig haben, wird sich das so auswirken, dass ein Hochwasser 50 bis 60 Zentimeter niedriger ausfällt. Das dürfte auch die Schäden eines Jahrhunderhochwassers, die Experten auf 105 Millionen Euro veranschlagt haben, deutlich reduzieren.“ Michael Ende