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Celle Stadt Maybebop begeistert 750 Besucher in CD-Kaserne Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Maybebop begeistert 750 Besucher in CD-Kaserne Celle
16:49 06.12.2013
Von Andreas Babel
Vier Gesichter, vier verschiedene Charaktere: Der abgrundtiefe Sebastian Schröder, - der smarte Jan Malte Bürger, der ironische Lukas Teske und der intellektuelle Oliver Gies Quelle: Benjamin Westhoff
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Maybebop ist in Celle schon seit Jahren eine feste Größe, was die vier Sänger aber am Donnerstag den von einer wegen des Orkantiefs „Xaver“ ungewissen Anreise gestressten Konzertgästen boten, stellte alles bisher Dagewesene in Sachen a cappella in den Schatten. So hoch und rein erklommen Jan Malte Bürger und Lukas Teske noch nie die Tonleiter, so witzig war das Weihnachtsprogramm der Vier noch selten und Oliver Gies entlockte seiner Reimzentrale ein gebasteltes Lied, das direkt auf die nächste CD der Formation gepresst werden könnte.

Gies reimte nämlich aus den fünf aus dem Publikum zugerufenen Worten „Xaver“, „Geschenke“, „Osterhase“, „Hämorrhoiden“ und „Feuerzangenbowle“ ein Heavy-Metal-Lied zusammen, das in folgendem Refrain gipfelte: „Ich hab‘ den Weihnachtsmann in meinem Bau, ich fessle ihn und ich ihm auf die Fresse hau!“ Zu verstehen ist dieser Reim, wenn man weiß, dass Oliver Gies in die Rolle des neidischen Osterhasen geschlüpft war.

Unerreicht ist auch die Fähigkeit der Musiker ohne Instrumente, die Besucher mit einzubeziehen. So erlebte die einstige Militärhalle die Wiedergeburt einer Sternstunde der deutschen Musikgeschichte mit, als Maybebop und das Publikum Peter Alexander und dem Tölzer Knabenchor nacheiferten und gemeinsam das Lied „Schnee fällt“ sangen.

Großen Beifall erhielt auch die Bonnerin Lisa Neumaier, die auf der Bühne in ihrem zarten Sopran das Lied „Komm bald“ zum Besten gab. Wie gut vernetzt Oliver Gies ist, bewies die Tatsache, dass er den Leiter des Chores „Sunday morning“, in dem die Mitsängerin für ein Lied auch zahlreiche Maybebop-Lieder einstudiert, Tono Wissing, kennt, dem er Grüße bestellen ließ. Die achtjährige Emilie holte sich nach dem Konzert („obwohl ich schon etwas müde war“)ein Geschenk ab: ein Autogramm von den Musikern.

Lautstark umjubelt war auch das Medley englischsprachiger Songs. Bei dieser Darbietung wurde besonders deutlich, warum Maybebop so beliebt und erfolgreich ist: Alle vier Sänger sind starke, eigenständige Charaktere, die das, was sie auf der Bühne tun, lieben. Jeder, auch der im wahren Wortsinn abgrundtiefe Bass Sebastian Schröder, ist in der Lage, einen Part oder gar ein ganzes Lied mit der Hauptstimme zu singen. Keiner spielt sich in den Vordergrund, sondern jeder erfreut sich an den Qualitäten des anderen. Fast hat man den Eindruck, dass sie sich jedes Mal selbst beschenken, wenn sie auftreten dürfen.