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Celle Stadt Maybebop brilliert in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Maybebop brilliert in Celle
09:30 21.11.2010
Von Andreas Babel
Konzert a-capella Maybebop in CD-Kaserne Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Jan, Oli, Sebastian und Lukas sind keine Sänger im eigentlichen Sinne. Die Vier von "Maybebop" sind weitaus mehr: Sie sind geborene Entertainer, Bühnenkünstler, Sprachakkrobaten und Spaßvögel.

Welche anderen Musiker ziehen sich schon on stage die Schuhe aus, um im Lotussitz einen Song über ihren untreuen Guru aus Sri Lanka zu singen? Welche Musiker hüpfen flügelschlagend über die Bühne und versenken sich so ganz in die Rolle eines Vogels, der von seinem Flug von Hawaii in den Harz trällert? Und welche Sänger sind schon in der Lage, auf dem Boden hockend mit dem Kopf eingezogen die Bauchdecke des Mutterleibs zu simulieren und dabei herrlich den Bass Sebastian Schröder zu begleiten, der sein Lied aus dem Mutterleib darbringt?

An diesen Beispielen sieht man, dass Maybebop sich um Galaxien weiter entwickelt hat von den vier jungen Männern, die einst loszogen, um die a-cappella-Welt zu erobern. Heute bringen sie eigene Melodien und eigene Texte, die so viele Wortwitz enthalten, dass man sich fast nicht mehr auf den auch noch perfekten Gesang konzentrieren kann.

So verging der jüngste Auftritt von Maybebop in der mit 650 Fans gefüllten großen Halle der CD-Kaserne auch wie im Fluge. Celle wird das Quartett vermissen, das genauso wie die fünf Jungs von Basta seinen nächsten Auftritt im November des kommenden Jahres schon festgemacht hat.

Celle hätte gerne noch mehr nach dem zweieinhalbstündigen Konzert aus den Kehlen der begnadeten Sänger gehört, aber sie hinterließen durch den Saal ziehend nur vier Lichtkegel auf der Bühne. Zuvor hatte Jan Böger noch einen kleinen Ausblick auf bevorstehende Weihnachtskonzerte gegeben, indem er seien Türken-Rap vom Gummibaum zelebrierte.

"Wen findste am Besten?", fragte ein Junge seine Mutter in der dritten Reihe zum Ende der Pause. "Das weiß ich gar nicht. Ich finde die alle so originell", antwortete sie. Das ist auch eines der Erfolgsrezepte der Band. Jedes einzelne Mitglied hat ein ausgeprägtes Profil, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Und: Man merkt, dass hier vier enge Freunde miteinander musizieren. Das wird auch deutlich, wenn sie sich nach der Show geduldig fotografieren lassen und Autogramme geben.

Geradezu genial die Fähigkeit von Oli Gies, der gleich zwei Lieder auf der Bühne arrangiert, die jeweils fünf Wörter enthalten, die Lukas Teske aus dem Publikum eingesammelt hat. In dem ersten Lied betreibt der Brillenträger so etwas wie Vergangenheitsbewältigung, als er darüber singt, wie er seinen Lehrer in Geiselhaft nimmt und ihn Obstsalat herstellen lässt. Auch der zweite Song, ein Reggae-Lied vom Klaviertransporter, hätte so fast als CD-Song getaugt.

Diese Momente durften die Fans in der CD-Kaserne aber ganz für sich alleine genießen - sie sind unwiederbringlich. Und so ist jeder Auftritt von Maybebop, auf den sich Celle schon heute freut.