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Celle Stadt Meer von Klangfülle und Rhythmus in Celler Gotteshaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Meer von Klangfülle und Rhythmus in Celler Gotteshaus
18:52 19.11.2017
Berührte die Herzen und Seelen des Publikums: das armenische „Naghash Ensemble“ in der Celler Kreuzkirche. Quelle: Doris Hennies
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Celle. In diesem Ensemble finden sich einige der besten Sängerinnen und Instrumentalisten Armeniens. Gemeinsam beschenkten sie das Publikum im gut besetzen Gotteshaus mit einem beeindruckenden Konzert und einer Musik – teils traditionell, teils klassisch, so fremd und doch vertraut –, die Herzen und Seelen berührte.

Unter „Songs of Exile: Credos & Convictions“ hat der amerikanisch-armenische Komponist und Leiter John Hodian die Wurzeln seiner armenischen Heimat und Musik, ein volkstümliches Erbe, mit Klängen neuer Klassik vereint und ein Werk voller Energie, Intensität und Leidenschaft geschaffen. Die Zuhörer wurden mitgenommen, ja erfasst von dieser musikalischen Brandung – in einem Meer von Klangfülle und Rhythmus, sich wiegend und wirbelnd, fließend und tobend. Zwischen Flehen und Jubel, Tanz und Trauer, bewegten sich die so klaren, perfekt ausgewogenen und aufeinander eingespielten drei Stimmen der Sängerinnen – mehrstimmig mit-, gegen- und umeinander – in einer beeindruckenden Präsenz und Virtuosität.

Im 15. Jahrhundert hatte der armenische Priester Mkrtich Naghash bewegende Gedichte über das Leben im Exil und die Beziehung des Menschen zu Gott verfasst. Der amerikanisch-armenische Komponist John Hodian entdeckte Fragmente daraus wieder, hat sie überarbeitet und respektvoll vertont. Um das Resultat in die Welt und das 21. Jahrhundert zu bringen, wurde 2010 das „Naghash Ensemble“ gegründet.

In den Texten geht es nicht nur um Exil und Erlösung. Es sind lyrische Predigten, Warnungen, Ratschläge und sogar eine Ode an die Liebe und Heirat. Es ist beachtlich, wie Komponist John Hodian die mittelalterlichen armenischen Gedichte, Klagen und Beschwörungen in seiner Musik zu neuem Leben erweckt. Wie gut es gelungen ist, bewies der begeisterte Applaus am Ende des Konzerts.

Von Doris Hennies