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Celle Stadt Mehr Asylsuchende im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Asylsuchende im Kreis Celle
17:55 09.12.2013
Von Simon Ziegler
Syrische Flüchtlinge kommen im Grenzdurchgangslager Friedland an. Das Land Niedersachsen verteilt sie auf Städte und Gemeinden.  Quelle: Swen Pförtner
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Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Hambühren stand es vor einigen Tagen schwarz auf weiß: Die Gemeinde sucht kleine und große Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern. Wer eine leer stehende Wohnung hat, die er an die Gemeinde vermieten will, möge sich melden. Der Vorteil wird gleich mitgeliefert: Es gibt sichere Mieteinnahmen, denn die Gemeinde zahlt pünktlich und zuverlässig.

Hinter dem kleinen Aufruf steckt ein ernstes Problem: Denn immer mehr Kommunen stoßen an ihr Grenzen, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern geht. „Die Zahl nimmt deutlich zu. Wir bekommen Probleme, sie alle unterzubringen“, sagt der Lachendorfer Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke. Dass mehr Flüchtlinge aufgenommen werden, könne er nachvollziehen, „das Land macht es sich aber sehr einfach“, findet Warncke – weil die Kommunen mit den Folgen klarkommen müssten.

Nach einer Entscheidung der Innenministerkonferenz sollen 5000 weitere Syrienflüchtlinge in Deutschland Schutz finden. Bisher hatte Deutschland sich zur Aufnahme von 5000 Syrern verpflichtet, von denen rund 1700 bereits eingetroffen sind. Darüber hinaus sind seit 2011 mehr als 23.000 Syrer auf eigene Faust als Asylbewerber nach Deutschland gekommen.

In Bergen sei die Zahl der Asylbewerber in den letzten zwei Jahren sprunghaft gestiegen, sagt auch Bürgermeister Rainer Prokop. „Nach meiner Meinung ist das aber nicht dramatisch. Das ist eine neue Situation, auf die wir uns einstellen müssen.“

Die Stadt Celle geht davon aus, dass sie im kommenden Jahr 90 Personen aufnehmen wird. 2013 waren es 55, im Jahr davor 45. „Es sind schon deutlich mehr“, sagt die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. Die Asylsuchenden würden dezentral im Stadtgebiet verteilt. Um sie unterzubringen, werde zunächst mit den Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften gesprochen. „Wenn alle Stricke reißen, sprechen wir örtliche Makler an“, sagt Meissner. Die Stadt habe nur dann Probleme, wenn „ein Schwung auf einmal kommt“.

Schon seit Jahren steigt die Zahl der Asylsuchenden an. 116 Asylbewerber kamen 2012 in den Kreis Celle (ohne Stadt), in diesem Jahr sind es 142 Menschen. In den nächsten Monaten wird der Landkreis nach einer Quote des Landes Niedersachsen 203 Asylbewerber aufnehmen. Neben Syrien kommen die Menschen vor allem aus Tschetschenien, Serbien und dem Sudan.