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Celle Stadt Mehr Bedürftige: Tafeln im Landkreis Celle erreichen Kapazitätsgrenzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Bedürftige: Tafeln im Landkreis Celle erreichen Kapazitätsgrenzen
16:27 14.10.2016
Von Carsten Richter
Angelika Schmidt-Falkenberg (links), Vorsitzende der Hermannsburger Tafel, hilft bei der Ausgabe der Lebensmittel. Quelle: Udo Genth
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„Das System, dass nicht jeder bei uns etwas bekommt, war besonders Flüchtlingen anfangs schwer zu vermitteln“, sagt die Vorsitzende der Hermannsburger Tafel, Angelika Schmidt-Falkenberg. Die sprachlichen Probleme hätten aber durch Deutschkurse ausgeglichen werden können. 100 Familien kommen pro Woche zu den Ausgabestellen in Hermannsburg, Bergen und Unterlüß, in Eschede ist es rund die Hälfte. Die Kapazitäten sind erschöpft, seit gut drei Monaten besteht ein Aufnahmestopp. „Wir achten darauf, dass die Lebensmittel gleichmäßig verteilt werden“, sagt Schmidt-Falkenberg. Flüchtlinge, Rentner, Arbeitslose – alle Bedürftigen sollen schließlich bedacht werden. Doch derzeit reichen die Spenden einfach nicht, so die Vorsitzende. „Es geht immer alles weg. Und 20 bis 30 Familien stehen noch auf der Warteliste.“

Ganz so dramatisch ist die Lage bei den landkreisweit zwölf Ausgabestellen der Celler Tafel nicht. Doch die Zahl der Bedürftigen sei auch hier von 3000 auf 3400 Nutzer pro Woche gestiegen, während die gespendeten Lebensmittel stagnierten, sagt der Vorsitzende Wolfgang Schwenk. Neben Flüchtlingen, Rentnern und Arbeitslosen gehörten viele alleinerziehende Mütter zu den Nutzern der Tafel. Im Stadtgebiet komme es in Vorwerk und der Blumlage auch schon mal zu Versorgungsengpässen. „In den Umlandkommunen haben die 120 Helfer die Situation dagegen relativ gut im Griff“, so Schwenk. „Wir verbringen viel Zeit damit, die Spenden gerecht zu verteilen.“ Langfristig, so befürchtet er, werde sich die Lage durch steigende Altersarmut noch verschlimmern.