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Celle Stadt Mehr Betreuung für Flüchtlinge in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Betreuung für Flüchtlinge in Celle
16:23 21.05.2015
Von Michael Ende
Das leer stehende Hotel am Nordwall soll vor seinem Abriss für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Quelle: Sedat Suna
Celle Stadt

Auf einen stark ansteigenden Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern muss sich die Stadt Celle einstellen. Der Landkreis hat der Stadt kürzlich mitgeteilt, dass sie im nächsten Dreivierteljahr 152 dieser Zuwanderer aufnehmen müsse. 921 Asylbewerber und Flüchtlinge leben derzeit nach städtischen Angaben in der 70.000 Einwohner-Stadt, in der am 31.Mai 4259 Ausländer registriert waren. Eine „Zentrale Anlaufstelle“ - kurz „ZA“ - soll künftig nicht nur die Unterbringung dieser Menschen regeln, sondern sich intensiver als bisher um sie kümmern und sie betreuen. Das hat der Celler Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Schon der Name der bisherigen „Ausländerbehörde“ soll dabei Programm sein: „Willkommensbehörde“.

„Sehr viele Personen sind zurzeit aus dem Sudan, Elfenbeinküste, Somalia, Liberia, Eritrea, Albanien, Algerien und aus Georgien. Das heißt, auch Celle wird in jedem Fall demnächst mit afrikanischen Flüchtlingen bevölkert werden“, hat die Landesaufnahmebehörde der Stadt mitgeteilt. „Wir müssen uns Gedanken machen, wo wir die Menschen unterbringen, wenn wir sehr schnell sehr viele von ihnen zugeteilt bekommen – das ist uns angekündigt worden“, so Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Er betont, dass eine dezentrale Unterbringung für die Stadt immer Vorrang habe: „Dennoch werden wir prüfen, ob wir das für den Abriss vorgesehene und von der Stadt erworbene Hotel am Nordwall so weit herrichten können, dass wir dort gegebenenfalls auch Menschen einquartieren können.“ Eine Dauer-Unterkunft werde das auf keinen Fall, so Stadtbaurat Ulrich Kinder, der den zweispurigen Ausbau des Nordwalls plant. Spätestens dann muss das Hotel weg. Kinder: „2016 sollen im Nordwall die Bagger rollen.“

Die Einrichtung einer ZA sei zwingend erforderlich, um die erforderlichen Beratungen von Zuwanderern besser koordinieren zu können, so CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: Über die personelle Ausstattung der ZA werde man im Zuge der Haushaltsberatungen diskutieren. „Die SPD begrüßt den Verwaltungsvorschlag ausdrücklich. Ein gutes Konzept, mit dem auf den ansteigenden Asylbewerberzustrom reagiert wird“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rentsch. Behiye Uca (Linke): „Ja – wir werden wieder mehr Flüchtlinge aufnehmen. Und wir wissen, dass die allermeisten von ihnen bleiben werden.“

FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen kann sich mit der Hotel-Idee nicht anfreunden: „Selbstverständlich müssen wir Flüchtlinge aufnehmen und sie müssen auch ordentlich untergebracht werden. Ob dazu das leerstehende und für den Abriss vorgesehene Hotel unmittelbar am Rande der Altstadt die richtige Lösung ist? Ich bezweifle das. Die Verwaltung sollte nach besseren Lösungen suchen.“ WG-Fraktionsspitze Torsten Schoeps hingegen findet den Verwaltungs-Vorschlag „richtig“: „Die Unterbringung im reaktivierten Nordwall-Hotel wäre ja nur für wenige Tage bis zu einer Wohnungszuweisung erforderlich.“

„Angesichts steigender Flüchtlingszahlen stehen wir vor einer größer werdenden Herausforderung - insbesondere die Verfolgten aus dem Nordirak und Syrien bedürfen unserer Hilfe „, so Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel. Die Hotel-Idee sei gut: „Darüber hinaus hat die grüne Ratsfraktion die zeitlich begrenzte Einrichtung eines Runden Tisches zur Unterstützung der Verfolgungsopfer im Nordirak beantragt.“ In einem weiteren Antrag fordern die Grünen die Qualifizierung von „Integrationslotsen“.