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Celle Stadt Mehr Geld bei Zwillingsgeburten - Stadt informiert Celler Eltern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Geld bei Zwillingsgeburten - Stadt informiert Celler Eltern
22:05 08.12.2013
Von Oliver Gatz
Eltern von Zwillingen haben nach einem Urteil Anspruch auf mehr Elterngeld, und zwar rückwirkend bis ins Jahr 2009. Quelle: Jasmin Nemitz (Archiv)
Celle Stadt

Eltern von Mehrlingen haben nach einem Urteil des Bundessozialgerichts Anspruch auf mehr Elterngeld, und zwar rückwirkend bis ins Jahr 2009. Dazu müssen sie einen formlosen Antrag stellen. Während der Landkreis entschieden hat, die betroffenen Eltern über die neue Rechtslage nicht zu informieren, was für Unmut gesorgt hat (die CZ berichtete), verfolgt die Stadt eine andere Strategie: Um keine Fristen verstreichen zu lassen, werden die Eltern noch in diesem Jahr angeschrieben. Wenn erst im Januar die Anträge eingingen, würde ein Teil der Ansprüche für Mehrlinge verjährt sein, heißt es im Neuen Rathaus.

Die Stadt will die positiven Neuigkeiten über die nun feststehenden Ansprüche schnellstmöglich weitergeben und damit ihren Anspruch als familienfreundliche Kommune unterstreichen. Damit steht sie allerdings ziemlich alleine da. Eine Umfrage in diversen anderen Kommunen und Landkreisen hat laut Verwaltung ergeben, dass nur in Hameln darüber nachgedacht und Hildesheim entschieden hat, die betroffenen Familien zu informieren.

Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom Juni löst jeder Mehrling einen eigenständigen Elterngeldanspruch aus, und zwar auch dann, wenn nur ein Elternteil Elterngeld für die Mehrlinge bezieht. Bisher wurde das Elterngeld nur einfach zuzüglich Mehrlingszuschlag festgesetzt.

Im Stadtgebiet gibt es insgesamt 44 Zwillingsgeburten, durch die nachträglich ein Anspruch auf ein höheres Elterngeld entstanden ist. Sechs Eltern haben von sich aus schon den Anspruch geltend gemacht, der bereits neu berechnet wurde, so dass noch 38 Anspruchsberechtigte verbleiben. Abhängig vom Verdienst und der in Anspruch genommenen Elternzeit ergibt sich eine durchschnittliche Nachzahlung von etwa 5000 Euro pro Familie, die aus dem Bundeshaushalt stammen und den städtischen Haushalt nicht belasten.

Der Antrag auf Neuberechnung des Elterngeldes kann formlos gestellt werden. Ein persönlicher Termin ist nicht erforderlich. Die Bearbeitung der Anträge kann allerdings erst Anfang 2014 erfolgen. Der Grund: Das erforderliche Programm-Update zur Neuberechnung wird erst im neuen Jahr erwartet.